Nach einem Vorfall, bei dem auf das Wohnhaus des amtierenden Bürgermeisters von Troisdorf, Alexander Biber (CDU), geschossen wurde, steht der Politiker nun unter Polizeischutz. Die Stadtverwaltung teilte am Montag mit, dass Polizei und Staatsschutz ihn als gefährdet einstufen. Darüber berichtet SoFrankfurt unter Berufung auf wdr.de.

Trotz der erhöhten Sicherheitslage will Biber seinen Wahlkampf nicht einschränken. „Ich sehe nicht ein, dass ich mein Verhalten ändern und meinen Wahlkampf einschränken sollte“, erklärte er am Dienstag nach einem Termin in Troisdorf gegenüber dem WDR. Polizeibeamte werden ihn künftig bei öffentlichen Auftritten begleiten. Gleichwohl betonte er, wachsamer geworden zu sein: „Man denkt schon darüber nach, was noch kommen kann.“

Die Kreispolizei Rhein-Sieg bestätigte, dass sowohl für Biber selbst als auch für sein Wohnhaus „geeignete Schutzmaßnahmen“ ergriffen wurden. Diese sollen solange Bestand haben, bis die Ermittlungen neue Erkenntnisse liefern, die eine Anpassung erforderlich machen.

Auslöser für die Sicherheitsmaßnahmen war ein Einschussloch am Schlafzimmerfenster von Bibers Wohnhaus, das er am Montag entdeckte. Nach bisherigen Erkenntnissen wurde zwischen Sonntag- und Montagmorgen mit einer Metallkugel auf das Fenster geschossen. Wie genau die Kugel abgefeuert wurde, ist noch unklar. Ermittler schließen den Einsatz einer scharfen Schusswaffe aus. Stattdessen könnte die Kugel mit einer Zwille, also einer Art Schleuder, verschossen worden sein. Das Schadensbild deutet auf eine geringe Schussintensität hin.

Biber hat Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Da ein politisches Motiv nicht ausgeschlossen werden kann, wurden die Ermittlungen vom Rhein-Sieg-Kreis an den Staatsschutz in Bonn übergeben.

Der CDU-Politiker tritt am 28. September in der Stichwahl um das Bürgermeisteramt gegen René Wirtz (48) von der SPD an. Wirtz äußerte sich gegenüber dem WDR besorgt über die Attacke: „Es ist ein Zeichen der Gewalt – und Gewalt darf in unserer Gesellschaft und unserer politischen Auseinandersetzung keine Rolle spielen.“

Wie auch Biber will Wirtz seinen Wahlkampf ohne Einschränkungen fortsetzen. „Wir stehen in der Pflicht, mit den Menschen in Kontakt zu treten, und das werden wir in den kommenden Tagen bis zur Stichwahl tun“, so der SPD-Kandidat.

Mehr über Frankfurt, seine Familienorte und das Leben im Rhein-Main-Gebiet lesen Sie auf SoFrankfurt – Ihrer Redaktion für die Stadt, die Sie bewegt. Lesen Sie auch: Merz fordert Zurückhaltung: CDU/CSU-Abgeordnete sollen Klingbeil nicht öffentlich kritisieren

Foto von www1.wdr.d

Teilen Sie dies: