Am Frankfurter Hauptbahnhof wird in den kommenden Wochen intensiv gebohrt. Gleis 3 bleibt vom 19. Oktober bis zum 13. Dezember gesperrt, während die Deutsche Bahn (DB) umfassende Baugrunduntersuchungen für den geplanten Fernbahntunnel durchführt. Darüber berichtet SoFrankfurt unter Berufung auf fr.de.
Die Bohrarbeiten, die teilweise bis zu 100 Meter tief in den Untergrund reichen, dienen der genauen Analyse der geologischen Bedingungen im Frankfurter Stadtgebiet. Laut DB werden an insgesamt 150 Punkten Bodenproben entnommen, um die Beschaffenheit der Kalkschichten präzise zu bestimmen. Diese Daten sollen entscheidend sein für die Wahl der Bauverfahren und die Planung der künftigen Baugrube der neuen unterirdischen Station direkt unter dem Hauptbahnhof.
Die Arbeiten finden sowohl tagsüber als auch in der Nacht statt, was insbesondere für Pendler:innen und Anwohner:innen zu spürbaren Veränderungen führt. Trotz der massiven Eingriffe bleibt der Zugverkehr grundsätzlich aufrechterhalten, betont die Deutsche Bahn. Fahrgäste müssen allerdings mit betrieblichen Anpassungen rechnen.
Zu den Einschränkungen gehören vor allem Bahnsteigwechsel, da Züge zeitweise von anderen Gleisen abfahren. Zudem sind vereinzelte Umleitungen vorgesehen. Gleis 3 selbst bleibt größtenteils zugänglich, doch empfiehlt die DB allen Reisenden, sich kurz vor Fahrtantritt über die aktuelle Verkehrslage in der App oder auf der Website zu informieren.
Ein besonderes Highlight für Interessierte sind die „Tage des Bohrkerns“, die am 7. und 8. November stattfinden. In der Eingangshalle des Hauptbahnhofs präsentiert die Deutsche Bahn eine Ausstellung über das Erkundungsprogramm und die bisherigen geologischen Erkenntnisse. Besucher:innen können sich bei Führungen ein direktes Bild von den laufenden Bohrarbeiten an Gleis 3 machen und erfahren, wie die Untersuchungen die Grundlage für eines der bedeutendsten Infrastrukturprojekte im Rhein-Main-Gebiet bilden.
Die Bauarbeiten am Hauptbahnhof sind Teil eines umfassenden Modernisierungs- und Sicherheitsprogramms, das den Verkehrsknoten Frankfurt auf die Zukunft vorbereiten soll. Neben den Tunnelvorbereitungen arbeiten Stadt, Bahn und Polizei bereits an einer Sicherheits-Offensive mit Kameratechnik, KI-gestützter Überwachung und verstärkten Kontrollen.
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Foto von Arne Dedert/dpa







