Die Allessa GmbH, die als Nachfolgerin der traditionsreichen Cassella Farbwerke in Fechenheim gilt, ist heute auf die Herstellung von ikonischen Farben und chemischen Grundstoffen für Weltmarken spezialisiert, darunter das Milka-Violett, das berühmte Ferrari-Rot, aber auch Komponenten für HP-Druckerpatronen und Pharmazeutika. Das Unternehmen führt eine lange Geschichte fort, die bis 1870 zurückreicht und die Frankfurter Industriegeschichte in ihrer ganzen Pracht und Tragik widerspiegelt, von sozialem Aufstieg und jüdischer Emanzipation bis hin zu Kriegswirtschaft und Zerschlagung. Der Name Allessa selbst ist ein Wortspiel, das an den alten Namen Cassella erinnert. Das zum Verbund der WeylChem Group (mit Sitz in Frankfurt) gehörende Unternehmen beschäftigt 220 Mitarbeiter und 25 Auszubildende, der geschätzte Umsatz liegt bei 150 Millionen Euro. Nachdem ehemalige Hoechst Manager im Jahr 2001 die Cassella-Anteile übernommen hatten, gründeten sie die Allessa GmbH. Der gesamte Industriestandort wird heute als Industriepark Fechenheim bezeichnet, berichtet SoFrankfurt mit Verweis auf die fnp.
Der Industriepark Fechenheim präsentiert sich als ein komplexes Geflecht aus verschiedenen Firmengebäuden und Produktionsanlagen, wobei historische, reich verzierte Backsteingebäude aus der Gründerzeit neben modernen Betriebsstätten stehen. Thomas Schinz (Thomas Schinz), der Betriebsratsvorsitzende, der seit 31 Jahren am Standort tätig ist, bestätigt, dass die Anlagen sowohl Farben als auch Pharmazeutika produzieren, wobei eine Produktionsanlage dem „Nationalen Pandemie-Bereitschaftsplan“ von Bund und Ländern unterliegt. Neben Allessa sind im Park auch das Biomasse Kraftwerk der Mainova, die Biotech-Firma Biospring (mit rund 500 Mitarbeitern), Corden Pharma und Prefere Melamines ansässig.
Die Wurzeln des Unternehmens reichen bis zur Gründung eines Gewürzwarenhandels durch Leopold Casella (Leopold Casella) im Jahr 1798 in der Frankfurter Judengasse zurück, der später mit dem Teilhaber Ludwig Aaron Gans (Ludwig Aaron Gans) den Handel mit Farbstoffen aufnahm. Ende des 19. Jahrhunderts erlangte die Firma, auch durch große Investitionen in Patente, die Weltmarktführerschaft in der Farbherstellung, später kamen pharmazeutische Produkte hinzu. Um 1900 zählte man fast 2500 Mitarbeiter; das Unternehmen war für seine vorbildlichen sozialen Standards bekannt. Unter dem NS-Regime wurden jedoch Leo Gans (Leo Gans) und Carl Weinberg (Carl Weinberg) zur Aufgabe ihrer Ämter gezwungen. Nachdem die I.G. Farben die Cassella bis 1945 verwaltet hatte, wurde diese zwar wieder eigenständig, gehörte aber anteilig zu Bayer, BASF und Hoechst. Seit 1997 war die Schweizer Clariant AG Eigentümerin; heute gehört Allessa zur WeylChem Gruppe (Teil der ICIG). Thomas Schinz vergleicht Allessa im harten internationalen Wettbewerb mit einem „Schnellboot, nicht als Dampfer“.
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