Das kulinarische Jahr 2025 markierte für Frankfurt am Main einen historischen Wendepunkt, der durch die erstmalige Verleihung der Michelin-Sterne im Gesellschaftshaus Palmengarten gekrönt wurde. Während die lokale Szene unter der Leitung von Dehoga-Hessen-Präsident Robert Mangold internationale Anerkennung fand, sicherte sich Küchenchef Daniel Pletsch mit dem Restaurant Sommerfeld einen neuen Stern für die Stadt. Parallel dazu wurde Michele Heinrich aus dem Yaldy mit dem Cocktail Award ausgezeichnet. Trotz dieses Prestiges steht die Branche unter wirtschaftlichem Druck: Laut einer Herbstumfrage der IHK Frankfurt klagen 86 Prozent der Betriebe über stagnierende oder sinkende Umsätze infolge gestiegener Rohstoffpreise, berichtet die Redaktion So Frankfurt mit Verweis auf genussmagazin-frankfurt.
Neben den Erfolgen musste Frankfurt auch den Verlust langjähriger Institutionen verkraften. Nach über 25 Jahren schloss das Holbein’s im Städelmuseum aufgrund anstehender Sanierungsarbeiten seine Pforten. Ebenso verabschiedete sich das Hohenheim & Söhne im März aus der ehemaligen Luisenapotheke, wobei die Betreiber Personalmangel und bürokratische Hürden als Gründe anführten. Ein schwerer persönlicher Schlag für die Szene war zudem der überraschende Tod des Gastgebers Salvatore Rimonti im Juli; sein Erbe wird jedoch durch seinen Sohn Dennis im Bistro Salvatore fortgeführt. Demgegenüber stehen ambitionierte Neueröffnungen wie das Rausch von Jochim Busch und Philipp Günther sowie das the dune im The Florentin.
In den Straßen Frankfurts dominierten im vergangenen Jahr zwei klare kulinarische Trends: Matcha-Kreationen, angeführt von Hotspots wie Inari-San oder Braky, sowie die wachsende Popularität von „Handpulled Noodles“, die durch Neuzugänge wie das Berliner Franchise Wen Cheng weiter befeuert wurde. Hoffnung für das kommende Jahr schöpft die Branche aus der beschlossenen Senkung der Mehrwertsteuer auf Speisen auf sieben Prozent ab Januar 2026. Während Getränke weiterhin mit 19 Prozent besteuert werden, werten Branchenverbände die steuerliche Entlastung bei Speisen als notwendiges Signal für eine Stabilisierung der Frankfurter Gastronomie im Jahr 2026.
Mehr über Frankfurt, seine Familienorte und das Leben im Rhein-Main-Gebiet lesen Sie auf SoFrankfurt – Ihrer Redaktion für die Stadt, die Sie bewegt. Lesen Sie auch: Frankfurt 2026: Als World Design Capital in eine neue Ära der Stadtgestaltung
