Der Automobilzulieferer Aumovio SE hat am 27. Januar 2026 einen weltweiten Abbau von 4.000 Stellen angekündigt. Betroffen sind mehrere internationale Standorte, darunter auch Deutschland und insbesondere Frankfurt am Main. Nach Angaben des Unternehmens soll die Maßnahme noch im laufenden Jahr umgesetzt werden und vor allem die Sparte Forschung und Entwicklung betreffen. In Deutschland ist laut Konzern von einer hohen dreistelligen Zahl an Arbeitsplätzen die Rede, in Frankfurt konkret von rund 220 Stellen. Die Entscheidung folgt auf die Abspaltung der Automotive-Sparte von Continental und ist Teil eines umfassenden Restrukturierungsprogramms zur Senkung der Entwicklungsquote. Für die Beschäftigten ergeben sich kurzfristig arbeitsrechtliche und soziale Folgen sowie Fragen zur weiteren Standortentwicklung. Dies berichtet die Redaktion von SoFrankfurt unter Berufung auf FR.
StellenabAumovio kündigt weltweiten Stellenabbau an
Aumovio SE ist 2025 aus der Automotive-Sparte der Continental AG hervorgegangen und hat seinen Hauptsitz in Frankfurt am Main. Das Unternehmen entwickelt und produziert Fahrzeugelektronik, darunter Sensoren, Displays und Fahrerassistenzsysteme, und beschäftigt weltweit rund 90.000 Menschen.
Am 27. Januar 2026 erklärte der Konzern, weltweit 4.000 Stellen abbauen zu wollen. Die Maßnahme betrifft insbesondere die Sparte Forschung und Entwicklung. Laut Unternehmensangaben sollen die Anpassungen bis Ende 2026 abgeschlossen sein. Ziel sei es, die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens zu stärken und Entwicklungsressourcen effizienter einzusetzen.
Betroffene Länder und Standorte im Überblick
Der Stellenabbau ist international angelegt und betrifft mehrere Regionen. Nach Angaben des Unternehmens sollen vor allem F&E-Standorte überprüft und angepasst werden.
Betroffene Länder
- Deutschland
- Indien
- Singapur
- Rumänien
- Serbien
- Mexiko
Für Deutschland spricht Aumovio von einer hohen dreistelligen Zahl an Arbeitsplätzen. Innerhalb Deutschlands rückt insbesondere Frankfurt am Main in den Fokus.
Stellenabbau in Frankfurt am Main
Am Standort Frankfurt-Rödelheim arbeiten derzeit rund 4.000 Beschäftigte für Aumovio. Nach Medienberichten sollen dort etwa 220 Stellen wegfallen. Betroffen ist nicht die Produktion im Bremsenwerk, sondern überwiegend die Forschungs- und Entwicklungsabteilung.
Der Standort Frankfurt gilt als einer der zentralen Entwicklungsstandorte des Unternehmens. Der geplante Abbau betrifft vor allem hochqualifizierte Fachkräfte aus den Bereichen Elektronik, Software und Systementwicklung. Unternehmensintern wurde angekündigt, Gespräche mit dem Betriebsrat aufzunehmen, um das weitere Vorgehen festzulegen.
Frühere Standortentscheidungen und laufende Restrukturierung
Der aktuelle Stellenabbau ist nicht die erste strukturelle Maßnahme im Zusammenhang mit der Neuausrichtung des Unternehmens. Bereits vor der Abspaltung von Continental wurden die Standorte in Wetzlar und Schwalbach geschlossen. Zudem steht die Niederlassung in Babenhausen nach Angaben aus dem Unternehmensumfeld ebenfalls vor dem Aus.
Diese Entscheidungen zeigen, dass die Restrukturierung von Aumovio über mehrere Jahre angelegt ist und verschiedene Regionen betrifft. Der Fokus liegt dabei zunehmend auf der Bündelung von Entwicklungsaktivitäten und der Reduzierung von Fixkosten.

Wirtschaftliche Ziele und Kennzahlen von Aumovio
In der Pressemitteilung erläutert Aumovio die wirtschaftlichen Ziele hinter dem Stellenabbau. Der Konzern strebt an, die Quote der Aufwendungen für Forschung und Entwicklung bis 2027 auf unter zehn Prozent des Umsatzes zu senken. Zuletzt lag diese Quote bei knapp zwölf Prozent.
Im Geschäftsjahr 2024 erzielte Aumovio, noch als Sparte von Continental, einen Umsatz von 19,6 Milliarden Euro. Die Reduzierung der F&E-Kosten soll durch eine stärkere Fokussierung auf sogenannte wertschaffende Technologien, intensivere Entwicklungspartnerschaften und zusätzliche Effizienzmaßnahmen erreicht werden.
Unternehmensdaten Aumovio SE
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Name | Aumovio SE |
| Gründung | 2025 |
| Sitz | Frankfurt am Main, Hessen |
| Branche | Automobilzulieferer |
| Beschäftigte | rund 90.000 weltweit |
| Umsatz | 19,6 Mrd. Euro (2024) |
| Ziel F&E-Quote | unter 10 % bis 2027 |
Arbeitsrechtliche Folgen für Beschäftigte in Deutschland
Für die betroffenen Beschäftigten in Deutschland greifen die Regelungen des Kündigungsschutzrechts. Bei einem Stellenabbau dieser Größenordnung ist das Unternehmen verpflichtet, den Betriebsrat einzubeziehen und über einen Interessenausgleich sowie einen Sozialplan zu verhandeln.
Typische Elemente solcher Vereinbarungen können sein:
- Abfindungsregelungen
- Transfergesellschaften
- Qualifizierungs- und Weiterbildungsangebote
- Unterstützung bei internen oder externen Vermittlungen
Beschäftigte haben zudem das Recht, eine betriebsbedingte Kündigung innerhalb von drei Wochen gerichtlich überprüfen zu lassen. Zuständig ist das jeweilige Arbeitsgericht am Standort.
Anlaufstellen für betroffene Mitarbeiter
Für Informationen zu Arbeitslosengeld, Qualifizierungsmaßnahmen und Vermittlung stehen die Arbeitsagenturen zur Verfügung. In Frankfurt am Main ist die Agentur für Arbeit unter www.arbeitsagentur.de erreichbar. Auch Betriebsräte und Gewerkschaften bieten Beratung zu individuellen Ansprüchen und Fristen an.
Auswirkungen auf den regionalen Arbeitsmarkt
Der Abbau von mehreren hundert qualifizierten Arbeitsplätzen in Frankfurt kann kurzfristig Auswirkungen auf den regionalen Arbeitsmarkt haben, insbesondere im Bereich der automobilen Software- und Elektronikentwicklung. Gleichzeitig gilt die Rhein-Main-Region weiterhin als Standort mit vergleichsweise hoher Nachfrage nach Ingenieur- und IT-Fachkräften.
Arbeitsmarktdaten zeigen, dass vergleichbare Qualifikationen auch in angrenzenden Branchen wie Industrieautomation, Medizintechnik oder Finanz-IT gefragt sind. Eine unmittelbare Kompensation der wegfallenden Stellen ist jedoch nicht garantiert.
Internationale Einordnung des Stellenabbaus
Der globale Stellenabbau bei Aumovio steht im Kontext eines anhaltenden Strukturwandels in der Automobilindustrie. Hohe Investitionen in Elektromobilität, Software und Assistenzsysteme treffen auf Kostendruck und volatile Märkte. Viele Zulieferer reagieren darauf mit internationalen Anpassungsprogrammen, bei denen Entwicklungsaktivitäten neu verteilt werden.
Aumovio setzt dabei nach eigenen Angaben verstärkt auf Kooperationen und Partnerschaften, um Entwicklungsaufwand zu bündeln und Kosten zu senken.
Bedeutung der Entscheidung für Beschäftigte und Unternehmen
Die angekündigten Maßnahmen markieren für Aumovio einen weiteren Einschnitt in einer Phase, in der das Unternehmen seine strategische Ausrichtung nach der Abspaltung von Continental neu definiert. Für die Beschäftigten in Frankfurt und anderen Standorten bedeutet dies kurzfristig organisatorische Veränderungen und Unsicherheit. Gleichzeitig verdeutlicht die Entscheidung, dass der industrielle Wandel weiterhin direkte Auswirkungen auf Arbeitsplätze in Deutschland hat und auch etablierte Entwicklungsstandorte nicht ausgenommen sind.
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