Frankfurt am Main, 18. Juli 2026. Wegen der großen CSD-Parade und mehrerer weiterer Versammlungen müssen Autofahrer und Fahrgäste heute in der Frankfurter Innenstadt mit erheblichen Verkehrsbehinderungen, kurzfristigen Straßensperrungen und Änderungen im öffentlichen Nahverkehr rechnen. Die Polizei empfiehlt, das Zentrum möglichst weiträumig zu umfahren, mehr Zeit einzuplanen und für Fahrten zwischen Hauptbahnhof, Innenstadt und Konstablerwache vor allem unterirdische S- und U-Bahnen zu nutzen, berichtet die Redaktion von SoFrankfurt.

Die größte Veranstaltung des Tages ist die Demonstration zum Christopher Street Day, zu der mehr als 10.000 Teilnehmende aus rund 120 Gruppen erwartet werden. Nach der Auftaktkundgebung am Römer zieht die Parade ab Mittag durch zentrale Teile der Innenstadt und endet gegen 16.30 Uhr am Sachsenhäuser Mainufer. Ab 15 Uhr beginnt außerdem eine Pro-Palästina-Demonstration auf dem Opernplatz, die über das Westend und Nordend bis zum Friedberger Platz führen soll. Da sich die Veranstaltungen zeitlich überschneiden, können Sperrungen auch außerhalb der eigentlichen Demonstrationsrouten kurzfristig eingerichtet oder verändert werden.

Frankfurt heute: Wo mit Straßensperrungen zu rechnen ist

Die Frankfurter Polizei warnt für Samstag vor erheblichen Einschränkungen im gesamten innerstädtischen Verkehr. Betroffen sind nicht nur die unmittelbar auf den Demonstrationsrouten liegenden Straßen. Auch Zufahrten, Kreuzungen und Verbindungsachsen können aus Sicherheitsgründen zeitweise gesperrt werden.

Die Polizei rät deshalb ausdrücklich dazu, Fahrten durch die Innenstadt nach Möglichkeit zu vermeiden. Wer auf das Auto angewiesen ist, sollte zusätzliche Zeit einplanen und sich unmittelbar vor der Abfahrt über die aktuelle Verkehrslage informieren.

Besonders angespannt dürfte die Lage zwischen Römer, Hauptwache, Roßmarkt, Konstablerwache, Mainzer Landstraße, Opernplatz, Westend, Nordend und dem Mainufer werden. Auch in Sachsenhausen sind Behinderungen möglich, weil die CSD-Parade über die Alte Brücke auf die südliche Mainseite geführt wird.

Die Sperrungen werden nicht überall gleichzeitig gelten. Die Polizei kann einzelne Straßenabschnitte freigeben, sobald der Demonstrationszug passiert hat. Gleichzeitig können an anderer Stelle neue Sperren eingerichtet werden. Eine zuverlässige Fahrt durch das Zentrum lässt sich deshalb nicht allein anhand einer statischen Karte planen.

„Plant mehr Zeit ein, informiert euch vor Fahrtantritt über die aktuelle Verkehrslage und umfahrt die Innenstadt nach Möglichkeit“, erklärte die Frankfurter Polizei in ihrem Verkehrshinweis.

Besonders betroffene Bereiche im Überblick

BereichErwartete EinschränkungenUngefähre Zeit
Römer und AltstadtAuftaktkundgebung, Aufstellung der CSD-Parade, Sperrungenab dem Vormittag
Fahrgasse und TöngesgasseCSD-Demonstrationszugetwa ab 12 Uhr
Kornmarkt und RoßmarktCSD-Parade und Querung zentraler Verkehrsachsenmittags bis nachmittags
Neue Mainzer StraßeDemonstrationsroute und Zufahrtssperrennachmittags
Konrad-Adenauer-StraßeCSD-Route in Richtung Mainnachmittags
Alte BrückeÜberquerung durch die Paradenachmittags
Sachsenhäuser MainuferEnde der CSD-Parade und hoher Besucherandrangbis etwa 16.30 Uhr und danach
OpernplatzPro-Palästina-Auftaktkundgebungab 15 Uhr
Reuterweg und GrüneburgwegDemonstrationszug durch das Westendnachmittags und abends
Eschersheimer Landstraße und Oeder Wegzeitweise Sperrungen durch den Aufzugnachmittags und abends
Friedberger PlatzAbschlusskundgebungbis etwa 21.30 Uhr

Die angegebenen Zeiten sind Orientierungswerte. Verzögerungen im Verlauf der Versammlungen können dazu führen, dass Straßen länger gesperrt bleiben.

CSD Frankfurt 2026: Parade startet am Römer

Der Christopher Street Day ist die größte angemeldete Versammlung des Tages. Die Auftaktkundgebung beginnt um 11 Uhr am Römer. Dabei soll auf dem Balkon des Rathauses die Regenbogenflagge gehisst werden. Das Ende dieses ersten Programmteils ist gegen 11.30 Uhr vorgesehen, bevor sich die Demonstration formiert.

Der eigentliche Demonstrationszug startet gegen 12 Uhr. Nach den veröffentlichten Planungen führt die Route vom Römer durch die Fahrgasse und Töngesgasse zum Kornmarkt und weiter über den Roßmarkt. Anschließend zieht die Parade über zentrale Straßen der Innenstadt in Richtung Main.

Zu den genannten Streckenabschnitten gehören unter anderem die Junghofstraße, die Neue Mainzer Straße und die Konrad-Adenauer-Straße. Danach wird der Main über die Alte Brücke überquert. Das Ende der Demonstration ist gegen 16.30 Uhr am Sachsenhäuser Mainufer vorgesehen.

Die geplante CSD-Route

  1. Römer
  2. Fahrgasse
  3. Töngesgasse
  4. Kornmarkt
  5. Roßmarkt
  6. Junghofstraße
  7. Neue Mainzer Straße
  8. Konrad-Adenauer-Straße
  9. Alte Brücke
  10. Sachsenhäuser Mainufer

Entlang der gesamten Strecke muss mit zeitweisen Vollsperrungen gerechnet werden. Seitenstraßen können ebenfalls blockiert werden, damit keine Fahrzeuge in den Demonstrationszug gelangen. Das gilt insbesondere an größeren Kreuzungen sowie an den Zufahrten zur Altstadt.

Für Fußgänger bleibt die Innenstadt grundsätzlich erreichbar. Allerdings kann es an Absperrungen, Übergängen und Haltestellen zu Wartezeiten kommen. Wer die Parade nicht besuchen möchte, sollte die Route möglichst umgehen.

Mehr als 10.000 Menschen bei der CSD-Parade erwartet

Für den Frankfurter CSD haben sich rund 120 Gruppen angemeldet. Erwartet werden mehr als 10.000 Menschen im Demonstrationszug. Das gesamte viertägige CSD-Programm vom 16. bis 19. Juli könnte nach Veranstalterangaben etwa 150.000 Besucherinnen und Besucher anziehen.

Der MainCSD 2026 steht unter dem Motto „Demokratie braucht keine Alternative“. Die Veranstalter verbinden damit ein Bekenntnis zu Meinungsfreiheit, Gleichheit vor dem Gesetz, gesellschaftlicher Vielfalt und dem Schutz von Minderheiten. Es handelt sich um den 34. Christopher Street Day in Frankfurt.

Neben der Demonstration findet am Main zwischen Eisernem Steg und Untermainbrücke ein Straßenfest statt. Dadurch bleibt die Umgebung des nördlichen Mainufers auch nach dem Ende der Parade stark besucht.

Für Verkehrsteilnehmer bedeutet das, dass nicht sämtliche Einschränkungen unmittelbar nach 16.30 Uhr verschwinden werden. Selbst wenn die Polizei die eigentliche Strecke freigibt, können Fußgängerströme, Veranstaltungsflächen und Lieferverkehr den Verkehr weiterhin verlangsamen.

Straßenbahnlinien 11, 12, 14 und 18 werden umgeleitet

Die CSD-Parade wirkt sich besonders stark auf den oberirdischen Nahverkehr aus. Straßenbahnen können mehrere zentrale Abschnitte der Innenstadt nicht regulär passieren. Die Linien 11, 12, 14 und 18 werden deshalb zeitweise geteilt, verkürzt oder umgeleitet.

Nach Angaben von traffiQ und der Verkehrsgesellschaft Frankfurt gelten die Änderungen teilweise bereits ab 8 Uhr und voraussichtlich bis etwa 17.30 Uhr. Fahrgäste sollten nicht davon ausgehen, dass jede reguläre Haltestelle bedient wird.

Straßenbahnlinie 11

Die Linie 11 wird von 8 Uhr bis voraussichtlich 17.30 Uhr in zwei voneinander getrennte Abschnitte geteilt.

Im Westen pendelt die Straßenbahn zwischen dem Gustavsburgplatz und dem Hauptbahnhof. Eine Weiterfahrt durch die Innenstadt ist in diesem Abschnitt nicht möglich.

Im Osten fährt die Linie von der Schießhüttenstraße über den Ostbahnhof und das Allerheiligentor zum Lokalbahnhof. Von dort verkehrt sie wieder zurück.

Fahrgäste, die normalerweise mit der Linie 11 quer durch das Zentrum fahren, müssen deshalb im Bereich Hauptbahnhof oder Ostbahnhof auf U- und S-Bahnen umsteigen.

Straßenbahnlinie 12

Auch die Linie 12 wird von 8 Uhr bis etwa 17.30 Uhr geteilt.

Der westliche Abschnitt verkehrt regulär zwischen der Rheinlandstraße und dem Willy-Brandt-Platz. Danach ist keine Weiterfahrt über die reguläre Innenstadtstrecke möglich.

Auf dem östlichen Abschnitt fährt die Linie zunächst zwischen der Hugo-Junkers-Straße und der Konstablerwache. Zwischen 8 und 10.30 Uhr wird sie ab Börneplatz beziehungsweise Stoltzestraße über die Strecke der Linie 14 bis zum Ernst-May-Platz geführt.

Von 10.30 bis 17.30 Uhr verkehrt die Linie 12 von der Hugo-Junkers-Straße bis zur Rothschildallee und anschließend zum Nibelungenplatz/FH. Von dort fährt sie auf dem Streckenweg der Linie 18 weiter bis zum Gravensteiner-Platz.

Die vielen Änderungen machen die Linie 12 an diesem Tag besonders unübersichtlich. Reisende sollten die konkrete Verbindung vor Fahrtbeginn in RMVgo kontrollieren.

Straßenbahnlinie 14

Die Linie 14 fährt zwischen 8 und 17.30 Uhr nicht auf dem Abschnitt zwischen Ernst-May-Platz und Messe.

Damit entfällt ihre reguläre Verbindung durch weite Teile des Zentrums. Fahrgäste aus Bornheim oder dem Bereich Ernst-May-Platz müssen je nach Ziel auf andere Straßenbahnen, U-Bahnen oder Busse ausweichen.

Straßenbahnlinie 18

Die Linie 18 wird von etwa 10.30 bis 17.30 Uhr zwischen Nibelungenplatz und Hospital zum Heiligen Geist umgeleitet.

Die Ersatzstrecke führt über Bornheim, Zoo und die Hanauer Landstraße. Dadurch verlängert sich die Fahrt, während mehrere Haltestellen auf dem regulären Streckenabschnitt nicht angefahren werden.

traffiQ weist darauf hin, dass U- und S-Bahnen trotz der CSD-Veranstaltung grundsätzlich verkehren. Vor allem die unterirdischen Verbindungen sollen einen Teil der ausfallenden Straßenbahnkapazität übernehmen.

Buslinien 30 und M36 nur eingeschränkt unterwegs

Nicht nur Straßenbahnen sind von den Sperrungen betroffen. Auch zwei wichtige Buslinien werden zeitweise verkürzt oder geteilt.

Die Buslinie 30 verkehrt zwischen 9 Uhr und etwa 17.30 Uhr lediglich zwischen Bad Vilbel und Bornheim Mitte. Auf diesem Teilstück gilt ein 30-Minuten-Takt. Die Weiterfahrt in Richtung Innenstadt entfällt.

Die Metrobuslinie M36 wird von etwa 10.30 bis 17.30 Uhr in zwei Abschnitte geteilt. Im Westen fährt sie zwischen Westbahnhof und der Haltestelle Unterweg. Der südliche Abschnitt pendelt zwischen Hainer Weg und Südbahnhof.

Eine durchgehende Fahrt mit der M36 durch die Innenstadt ist während dieser Zeit nicht möglich. Besonders Fahrgäste aus dem Westend, Nordend und Sachsenhausen müssen mit zusätzlichen Umstiegen rechnen.

Der Ebbelwei-Expreß bleibt am Samstag vollständig im Depot. Die touristische Straßenbahn fährt wegen der Sperrungen nicht.

Betroffene Linien im Überblick

LinieÄnderungZeitraum
Straßenbahn 11Zweigeteilt: Gustavsburgplatz–Hauptbahnhof und Schießhüttenstraße–Lokalbahnhof8 bis etwa 17.30 Uhr
Straßenbahn 12Zweigeteilt und je nach Uhrzeit unterschiedlich umgeleitet8 bis etwa 17.30 Uhr
Straßenbahn 14Kein Verkehr zwischen Ernst-May-Platz und Messe8 bis etwa 17.30 Uhr
Straßenbahn 18Umleitung über Bornheim, Zoo und Hanauer Landstraße10.30 bis etwa 17.30 Uhr
Bus 30Nur Bad Vilbel–Bornheim Mitte, 30-Minuten-Takt9 bis etwa 17.30 Uhr
Bus M36Geteilt in Westbahnhof–Unterweg und Hainer Weg–Südbahnhof10.30 bis etwa 17.30 Uhr
Ebbelwei-ExpreßFällt vollständig ausganztägig

U-Bahn und S-Bahn als beste Alternative

Wer heute zwischen Hauptbahnhof, Innenstadt und Konstablerwache unterwegs ist, sollte möglichst auf die unterirdischen Verbindungen ausweichen. traffiQ empfiehlt ausdrücklich die U-Bahn-Linien U4 und U5 sowie die S-Bahnen.

Zusätzlich werden die Linien U4 und U6 nach Angaben des Verkehrsunternehmens mit längeren Zügen betrieben. Dadurch soll mehr Platz für Fahrgäste geschaffen werden, die wegen der Ausfälle und Umleitungen von Straßenbahn und Bus auf die U-Bahn wechseln.

Zwischen Hauptbahnhof und Konstablerwache ist die U4 in der Regel die direkteste Alternative. Die S-Bahnen im City-Tunnel können ebenfalls genutzt werden, sofern es dort keine unabhängigen Störungen gibt.

Fahrgäste sollten dennoch mit volleren Bahnsteigen und Zügen rechnen. Vor Beginn und nach dem Ende der CSD-Parade könnten besonders die Stationen Hauptbahnhof, Willy-Brandt-Platz, Hauptwache, Konstablerwache und Südbahnhof stark ausgelastet sein.

Die elektronischen Fahrpläne in RMVgo sollen die Änderungen berücksichtigen. Da Sperrungen kurzfristig angepasst werden können, empfiehlt es sich, die Verbindung unmittelbar vor Fahrtantritt erneut aufzurufen. Das RMV-Servicetelefon ist nach Angaben von traffiQ unter 069 24 24 80 24 rund um die Uhr erreichbar.

Pro-Palästina-Demonstration beginnt um 15 Uhr am Opernplatz

Während die CSD-Parade noch durch Frankfurt zieht, beginnt um 15 Uhr eine weitere größere Versammlung. Die Pro-Palästina-Demonstration startet mit einer Auftaktkundgebung auf einem abgegrenzten Teil des Opernplatzes.

Nach Angaben der Stadt Frankfurt führt der anschließende Demonstrationszug über die Bockenheimer Anlage, den Reuterweg und den Grüneburgweg. Danach verläuft die Route über die Eschersheimer Landstraße, die Querstraße und den Oeder Weg.

Über die Hermannstraße und Koselstraße soll der Zug schließlich den Friedberger Platz erreichen. Dort ist eine Abschlusskundgebung geplant. Das offizielle Ende der Veranstaltung ist für 21.30 Uhr vorgesehen.

Die Veranstalter rechnen mit etwa 400 Teilnehmenden. Parallel ist eine Gegendemonstration angemeldet. Nach Angaben der Stadt sollen ausreichende räumliche Abstände und die festgelegte Wegeführung mögliche direkte Konflikte zwischen den Versammlungen verhindern.

Route der Pro-Palästina-Demonstration

  • Opernplatz
  • Bockenheimer Anlage
  • Reuterweg
  • Grüneburgweg
  • Eschersheimer Landstraße
  • Querstraße
  • Oeder Weg
  • Hermannstraße
  • Koselstraße
  • Friedberger Platz

Für Autofahrer bedeutet die Route, dass die Einschränkungen nach dem Ende der CSD-Parade nicht automatisch vorbei sind. Während sich die Lage in der Altstadt und am Main am späten Nachmittag möglicherweise entspannt, können im Westend und Nordend bis in die Abendstunden neue Sperrungen entstehen.

Besonders rund um den Opernplatz, den Reuterweg, den Grüneburgweg und den Friedberger Platz sollte mit Polizeipräsenz und zeitweisen Unterbrechungen des Verkehrs gerechnet werden.

Stadt konnte die Demonstration rechtlich nicht verbieten

Die Pro-Palästina-Versammlung trägt den angemeldeten Titel „Widerstand ist Völkerrecht; Palästina darf sich wehren, auch mit Steinen und Gewehren!“. Die Stadt Frankfurt und die Polizei hatten deshalb im Vorfeld prüfen lassen, ob der Titel strafrechtlich relevant sein könnte.

Die Staatsanwaltschaft kam nach Angaben der Stadt zu dem Ergebnis, dass der Titel für sich genommen keine ausreichende Grundlage für ein Verbot darstellt. Auch die mögliche Teilnahme von Personen mit einer bestätigten Nähe zur Terrororganisation Hamas reiche allein nicht aus. Für ein Verbot müssten konkrete zusätzliche Umstände und eine unmittelbar auf die Veranstaltung bezogene Gefahr nachgewiesen werden.

Die Versammlungsbehörde erließ jedoch Auflagen und stimmte organisatorische Maßnahmen mit dem Anmelder ab. Dazu gehörte insbesondere die Festlegung der Route.

Zunächst hatte die Behörde außerdem einem vorgesehenen Redner den Auftritt untersagt. Das Verwaltungsgericht Frankfurt hob dieses Redeverbot am Freitag jedoch auf. Nach der gerichtlichen Begründung dürfe die Meinungsfreiheit nicht allein auf Grundlage einer pauschalen Gefahrenprognose vorsorglich eingeschränkt werden.

Das Demonstrationsrecht genießt in Hessen einen besonders weitreichenden verfassungsrechtlichen Schutz. Nach Artikel 8 des Grundgesetzes dürfen sich Menschen friedlich und ohne Waffen versammeln. Auch Artikel 14 der Hessischen Verfassung schützt dieses Recht. Ein Verbot ist nur möglich, wenn eine konkrete Gefahr nachgewiesen werden kann. Allgemeine politische Bewertungen oder Befürchtungen reichen dafür nicht aus.

Warum die Verkehrslage besonders schwierig werden kann

Entscheidend ist heute nicht allein die Zahl der Teilnehmenden. Problematisch ist vor allem die Kombination aus mehreren Veranstaltungen, langen Routen und zeitlichen Überschneidungen.

Die CSD-Parade bindet über Stunden hinweg große Teile der Altstadt, Innenstadt und des Mainufers. Gleichzeitig beginnt bereits um 15 Uhr die Versammlung am Opernplatz. Zu diesem Zeitpunkt dürfte sich ein Teil der CSD-Parade noch auf dem Weg zur Alten Brücke oder zum Sachsenhäuser Mainufer befinden.

Die Polizei muss daher mehrere voneinander entfernte Veranstaltungsräume gleichzeitig absichern. Darüber hinaus finden Gegenversammlungen statt. Polizeifahrzeuge, Absperrgitter und Sicherheitszonen können zusätzliche Straßenflächen beanspruchen, die in den veröffentlichten Demonstrationsrouten nicht ausdrücklich genannt werden.

Für den Verkehr entsteht dadurch eine Art Kettenreaktion. Wird eine zentrale Straße gesperrt, weichen Autos auf Nebenstraßen aus. Dort können sich schnell Rückstaus bilden. Busse und Straßenbahnen benötigen wiederum freie Kreuzungen und Wendepunkte, um ihre verkürzten Routen einhalten zu können.

Besonders kritisch sind Übergänge zwischen noch geöffneten und bereits gesperrten Bereichen. Autofahrer sollten deshalb nicht versuchen, möglichst nah an eine Absperrung heranzufahren und erst dort nach einer Umleitung zu suchen.

Empfehlungen für Autofahrer in Frankfurt

Die sicherste Entscheidung ist, das Auto außerhalb des Zentrums abzustellen und die letzten Kilometer mit U- oder S-Bahn zurückzulegen. Parkhäuser in unmittelbarer Nähe der Demonstrationsrouten können schwer erreichbar sein oder nur über Umwege angefahren werden.

Wer Frankfurt lediglich durchqueren möchte, sollte die Innenstadt vollständig meiden. Auch Navigationssysteme können zeitlich verzögert auf kurzfristige Polizeisperrungen reagieren.

Sinnvoll ist es, großräumige Umfahrungen zu wählen, statt auf parallele Nebenstraßen auszuweichen. Die genauen Alternativen hängen vom Ausgangspunkt und Ziel ab. Für Fahrten zwischen nördlichen und südlichen Stadtteilen können weiter westlich oder östlich gelegene Mainquerungen zuverlässiger sein als die Alte Brücke.

Die Alte Brücke ist wegen der CSD-Route besonders betroffen. Auch die Zufahrten zur Brücke können zeitweise nicht nutzbar sein.

Das sollten Verkehrsteilnehmer beachten

  • Innenstadt nach Möglichkeit weiträumig umfahren
  • Zusätzliche Fahrzeit einplanen
  • Nicht ausschließlich auf die erste Route des Navigationssystems vertrauen
  • Kurz vor der Abfahrt aktuelle Verkehrsmeldungen kontrollieren
  • Park-and-Ride-Angebote außerhalb des Zentrums nutzen
  • Zwischen Hauptbahnhof und Konstablerwache U4, U5 oder S-Bahn nehmen
  • Mit kurzfristigen Änderungen und Polizeisperrungen rechnen
  • Nicht versuchen, Absperrungen über kleine Seitenstraßen zu umgehen

Auch nach 17.30 Uhr sind Behinderungen möglich

Viele der angekündigten Änderungen bei Straßenbahn und Bus sollen gegen 17.30 Uhr enden. Dieser Zeitpunkt ist jedoch keine Garantie dafür, dass alle Linien sofort wieder vollständig nach Fahrplan fahren.

Bevor eine Strecke freigegeben werden kann, müssen Demonstrationszüge die Straße verlassen haben. Danach werden Absperrungen entfernt und möglicherweise liegen gebliebene Fahrzeuge oder Gegenstände beseitigt. Außerdem müssen die Bahnen wieder auf ihre regulären Linienwege eingefädelt werden.

Das kann dazu führen, dass einzelne Kurse ausfallen oder verspätet verkehren, obwohl die offizielle Umleitungszeit bereits beendet ist.

Hinzu kommt die Pro-Palästina-Demonstration, die bis 21.30 Uhr angemeldet ist. Im Westend und Nordend können deshalb auch am Abend weiterhin Straßen gesperrt bleiben.

Rund um den Main ist wegen des CSD-Straßenfestes ebenfalls mit einem hohen Besucheraufkommen zu rechnen. Fußgänger, Fahrräder, Taxis und Fahrdienste treffen dort auf engem Raum zusammen. Besonders nach Ende des Bühnenprogramms kann es an den Zugängen zu U- und S-Bahn-Stationen erneut voll werden.

Das Wichtigste zum Verkehr in Frankfurt am 18. Juli

Der heutige Samstag gehört zu den verkehrsreichsten Veranstaltungstagen des Sommers in Frankfurt. Die größte Einschränkung verursacht die CSD-Parade, die nach ihrer Auftaktkundgebung am Römer von etwa 12 bis 16.30 Uhr durch die Innenstadt und über die Alte Brücke bis zum Sachsenhäuser Mainufer führt. Ab 15 Uhr kommt eine Pro-Palästina-Demonstration hinzu. Sie startet auf dem Opernplatz und zieht durch das Westend und Nordend zum Friedberger Platz. Das Ende ist für 21.30 Uhr vorgesehen.

Die Straßenbahnlinien 11, 12, 14 und 18 sowie die Buslinien 30 und M36 verkehren nur eingeschränkt. Der Ebbelwei-Expreß fällt komplett aus. Für Fahrten durch das Zentrum sind die U-Bahn-Linien U4 und U5 sowie die S-Bahnen die wichtigsten Alternativen.

Autofahrer sollten die Frankfurter Innenstadt weiträumig umfahren. Da die Polizei Sperrungen abhängig vom Verlauf der Versammlungen kurzfristig einrichten oder aufheben kann, bleibt die tatsächliche Verkehrslage den ganzen Tag über dynamisch.

Mehr über Frankfurt, seine Familienorte und das Leben im Rhein-Main-Gebiet lesen Sie auf SoFrankfurt – Ihrer Redaktion für die Stadt, die Sie bewegt. Lesen Sie auch: Neues Terminal 3 wird ins Liniennetz eingebunden: Wie erreichen Sie den Frankfurter Flughafen 2026

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