Im südhessischen Trebur, etwa 30 Kilometer südwestlich von Frankfurt, ist erstmals ein Japankäfer (Popillia japonica) entdeckt worden. Der Pflanzenschutzdienst Hessen beim Regierungspräsidium Gießen bestätigte den Fund eines einzelnen männlichen Exemplars, das vermutlich als „blinder Passagier“ eingeschleppt wurde. Darüber berichtet SoFrankfurt unter Berufung auf hessenschau.de.
Die Behörden bewerten den Fund als äußerst besorgniserregend, da der invasive Schädling ein erhebliches Zerstörungspotenzial birgt. Der Japankäfer befällt mehr als 300 Pflanzenarten, darunter Weinreben, Obstbäume, Rosen und Mais. Besonders problematisch ist, dass auch Rasenflächen stark geschädigt werden können: Die Larven ernähren sich von Graswurzeln und verursachen großflächige Ausfälle. Zwar blieb es bisher bei einem einzelnen Fund in Trebur, doch der Pflanzenschutzdienst hat das Monitoring in der gesamten Region sofort deutlich verstärkt.
Das Insekt ist leicht zu identifizieren: Der etwa einen Zentimeter große Käfer besitzt einen metallisch grün glänzenden Kopf, braune Flügeldecken sowie charakteristische weiße Haarbüschel – je fünf an jeder Seite des Hinterleibs und zwei am Körperende. Hinzu kommt ein goldgrün schimmernder Halsschild, der eine eindeutige Bestimmung erleichtert. Dennoch besteht Verwechslungsgefahr mit dem heimischen Gartenlaubkäfer oder dem Rosenkäfer, die im Gegensatz zum Japankäfer als harmlos gelten.
Die Behörden rufen die Bevölkerung eindringlich zur Mithilfe auf. Wer ein verdächtiges Tier entdeckt, soll den Käfer einfangen, fotografieren und den Fundort dokumentieren. Hinweise und Bilder können direkt per E-Mail an [email protected] gesendet werden. Jeder einzelne Fundhinweis könnte entscheidend sein, um eine weitere Ausbreitung frühzeitig einzudämmen.
Fachleute verweisen darauf, dass der Klimawandel die Ansiedlung des Japankäfers in Mitteleuropa begünstigt. In wärmeren Regionen wie Norditalien und der Schweiz konnte sich die Art in den vergangenen Jahren bereits massiv ausbreiten. Ein einzelnes Weibchen legt bis zu 60 Eier, und unter günstigen Bedingungen kann sich die Population innerhalb eines Jahres verzehnfachen – ein Szenario, das für Landwirtschaft und Gartenbau in Hessen gravierende Folgen hätte.
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Foto von picture-alliance/dpa, Uli Deck







