Die Insolvenz der isländischen Fluggesellschaft Play sorgt für Chaos auf internationalen Routen und stellt tausende Passagiere vor erhebliche Probleme. Überraschend hatte die Billigairline am Montag, dem 29. September, ihren Flugbetrieb vollständig eingestellt und gleichzeitig Insolvenz angemeldet. Betroffen sind nicht nur Fluggäste, die bereits unterwegs gestrandet sind, sondern auch Reisende mit geplanten Buchungen in den kommenden Wochen. Darüber berichtet SoFrankfurt unter Berufung auf fnp.de.

Die deutsche Ferienfluggesellschaft Condor hat nun reagiert und ein spezielles Hilfsangebot für betroffene Play-Passagiere geschaffen. Unter dem Namen „Rettungstarif“ können Fluggäste der insolventen Airline bis zum 30. November 2025 vergünstigte Tickets erwerben. Der Tarif beträgt 300 Euro pro Person und Strecke, zuzüglich Steuern. Er gilt für ausgewählte Transatlantikverbindungen von oder nach Berlin, Paris und Prag, jeweils mit Umstieg am Drehkreuz Frankfurt. Laut Condor soll dieses Angebot Reisenden eine schnelle und verlässliche Rückkehr ermöglichen.

Play war 2021 als inoffizieller Nachfolger der ebenfalls gescheiterten Wow Air gegründet worden. Das ursprüngliche Geschäftsmodell sah vor, ähnlich wie Icelandair, ein Drehkreuz in Reykjavik zu nutzen, um Passagiere zwischen Europa und Nordamerika zu befördern. Doch die ehrgeizigen Pläne scheiterten bereits im Herbst 2024, als das Unternehmen drastische Kürzungen auf den Transatlantikrouten vornehmen musste. Stattdessen verlagerte Play den Schwerpunkt auf innereuropäische Verbindungen sowie touristische Ziele, insbesondere die Kanarischen Inseln. In den USA wurden zuletzt nur noch die Flughäfen New York Stewart, Boston Logan und Baltimore-Washington bedient.

Für die rund 400 Mitarbeiter der Airline ist die Insolvenz ebenfalls ein schwerer Schlag. Viele stehen nun vor dem Verlust ihrer Arbeitsplätze. Gleichzeitig suchen Passagiere nach Ersatzmöglichkeiten. Die isländische Verbraucherschutzbehörde rät den Betroffenen, ihre Ansprüche gemäß der EU-Fluggastrechte-Verordnung geltend zu machen. Auf der offiziellen Website von Play wird Reisenden empfohlen, sich nach alternativen Verbindungen bei anderen Fluggesellschaften umzusehen. Einige Airlines bieten Sondertarife an – Condor gehört nun dazu.

Um den „Rettungstarif“ nutzen zu können, müssen Play-Passagiere ihre ursprüngliche Buchung sowie ihre vollständigen Kontaktdaten an die Adresse [email protected] übermitteln. Nach Angaben der Airline soll die Abwicklung möglichst unbürokratisch erfolgen, damit betroffene Fluggäste schnellstmöglich eine Lösung erhalten.

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Foto von Condor Flugdienst GmbH

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