Das Warten auf die Fertigstellung der wichtigen Personenunterführung in Frankfurt-Griesheim zieht sich weiter in die Länge. Die Verbindung zwischen Waldschulstraße und Alter Falterstraße – im Bahnjargon als „PU Ost“ bezeichnet – sollte ursprünglich im März fertiggestellt sein. Nach „nicht vorhersehbaren Erschwernissen“ verschob die Deutsche Bahn den Termin zunächst auf Oktober. Nun ist klar: Noch vor Jahresende wird die Unterführung nicht eröffnet. Darüber berichtet SoFrankfurt unter Berufung auf fnp.de.
Inzwischen weisen mehrere Hinweise darauf hin, dass sich die Arbeiten erneut verzögern. Anwohner berichten, dass am Tunnel seit Wochen keine Bauaktivitäten mehr zu beobachten seien. Zudem hat die Bahn Informationsblätter in die Briefkästen der umliegenden Straßen verteilt. Darin kündigt sie an, dass vom 31. Oktober bis zum 12. Dezember die Dächer an den Gleisen 2 und 3 demontiert werden. Die Arbeiten sollen jeweils nachts zwischen 22 und 6 Uhr stattfinden.
Während dieser Zeit werden keine Züge den Bereich passieren, und die S-Bahnen halten nur an bestimmten Bahnsteigen. Die bestehende Unterführung „PU West“ wird dabei durchgehend gesperrt bleiben. Als Ersatzweg plant die Bahn, die noch nicht fertiggestellte „PU Ost“ teilweise zu öffnen, um den Zugang zum Mittelbahnsteig zu ermöglichen.
Diese Ankündigung löste in der Bürgerfragestunde des Ortsbeirats am Dienstagabend erhebliche Besorgnis aus. Ursula Schmitt, Sprecherin des „Aktionsbündnisses Bahnhof Griesheim“, warnte eindringlich vor den Risiken: „Der Aufgang vom Tunnel zu den Gleisen 2 und 3 ist äußerst schmal. Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie gefährlich es wird, wenn dort hunderte Fahrgäste gleichzeitig aussteigen.“ Auch die SPD-Ortsbeirätin Birgit Puttendörfer teilte diese Sorge. Sie erinnerte daran, dass in der Vergangenheit in dem engen Tunnel mehrfach das Licht ausgefallen war.
Schmitt berichtete außerdem von einem weiteren beunruhigenden Gerücht, das sie von Bauarbeitern erfahren habe: Der geplante Bau zweier Aufzüge im Zuge der Bahnhofsumgestaltung könne scheitern, weil auf dem Bahnsteig der Gleise 2 und 3 schlicht nicht genug Platz vorhanden sei.
Neben den inhaltlichen Fragen kritisierten die Anwohner auch die Form der Kommunikation durch die Deutsche Bahn. Das Informationsschreiben sei „in schwer verständlichem Beamtendeutsch“ verfasst, bemängelte Schmitt. Puttendörfer stimmte zu: „Daraus werden wohl nur Ortskundige schlau – Neubürger aber nicht.“ Sie forderte, der Bahn müsse es möglich sein, zumindest einen Plan oder eine einfache Zeichnung beizulegen, damit klar sei, wie man auf die Bahnsteige gelangt.
Auch die Formulierung, dass die S-Bahnen „umgeleitet werden und an anderen Bahnsteigen halten“, lasse viele Fragen offen. Zudem fehle jede Information darüber, wann nach dem Abriss neue Dächer installiert würden. „Werden die wartenden Passagiere dann im Regen stehen gelassen?“, fragte Puttendörfer kritisch.
Fest steht jedenfalls, dass die Arbeiten mit erheblichen Einschränkungen verbunden sein werden. Die Bahn weist in ihrem Schreiben ausdrücklich darauf hin, dass während der Bauphase mit Lärm, Staub und nächtlichen Arbeiten zu rechnen ist. Sie bittet die Anwohner um Verständnis: „Wir sind bemüht, die von der Baustelle ausgehenden Störungen so gering wie möglich zu halten. Trotzdem lassen sich Beeinträchtigungen nicht ganz vermeiden.“
Auf eine Anfrage zum aktuellen Stand der Bauarbeiten reagierte die Bahn bis Redaktionsschluss nicht.
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Foto von Holger Vonhof








