Das Deutsche Architekturmuseum (DAM) hat am 18. Februar 2026 das neue Programm seiner Veranstaltungsreihe „STADTplus“ für das Frühjahr 2026 vorgestellt. Ab dem 4. März findet jeweils einmal monatlich mittwochs um 19:00 Uhr im DAM Ostend ein Fachvortrag zu zentralen städtischen Themen statt. Das Programm umfasst Schwerpunkte wie die Frankfurter Clubkultur, urbane Sauberkeit, Urban Sketching und die Förderung des Fußverkehrs. Ziel der Reihe ist der Austausch zwischen Experten und Bürgern über die Stadtentwicklung Frankfurts, ergänzt durch Ausstellungsführungen. Der Eintritt beträgt einheitlich zehn Euro. Die neuen Maßnahmen zur Stadtsauberkeit und die Arbeit der seit 2024 amtierenden Fußverkehrsbeauftragten stehen dabei besonders im Fokus, berichtet die Redaktion von SoFrankfurt unter Berufung auf frankfurt.
Struktur und Ablauf der STADTplus-Reihe im DAM Ostend
Die Veranstaltungsreihe STADTplus folgt einer festen zeitlichen und inhaltlichen Struktur, die darauf ausgelegt ist, architektonische und gesellschaftliche Themen niedrigschwellig zu vermitteln. Veranstaltungsort ist das DAM Ostend (Henschelstraße 18, 60314 Frankfurt am Main), da das Haupthaus am Schaumainkai weiterhin saniert wird.
Zeitplan und Kosten
Jeder Termin beginnt um 19:00 Uhr mit einem Kurzvortrag, der in der Regel 30 bis 45 Minuten dauert. Im Anschluss wird eine offene Diskussionsrunde moderiert, die oft bei einem Glas Wein in informeller Atmosphäre endet. Um 20:00 Uhr startet eine kuratierte Führung durch die jeweils aktuelle Ausstellung des Museums. Der Pauschalpreis von 10,00 Euro deckt sowohl den Vortrag als auch den Rundgang ab. Ermäßigungen sind nach Vorlage entsprechender Nachweise (Schülerausweis, Frankfurt-Pass) an der Abendkasse möglich.

Themenfokus März: Clubkultur und der Sound der Stadt
Am Mittwoch, den 4. März 2026, eröffnet der Autor und Journalist Linus Volkmann die Staffel mit dem Thema „Die Stadt + Die Clubs“. Volkmann analysiert den Wandel der Frankfurter Ausgehkultur von den Anfängen der Techno-Revolution in den 1990er Jahren bis zur Gegenwart.
Die Evolution der Frankfurter Clubszene
Im Fokus steht der Vergleich zwischen dem historischen „Sponti-Charme“ von Institutionen wie der alten Batschkapp in Eschersheim und den heutigen kommerziellen Strukturen in Seckbach. Ein weiterer Diskussionspunkt ist das „Clubsterben“ versus Neueröffnungen wie dem MOMEM (Museum of Modern Electronic Music). Volkmann, der für renommierte Medien wie den Spiegel und die Zeit schreibt, hinterfragt, ob die kulturelle Identität Frankfurts als Techno-Metropole in der modernen Stadtplanung noch ausreichend berücksichtigt wird.
Themenfokus April: Urbane Sauberkeit und Bußgeldkataloge
Ein politisch brisantes Thema wird am 15. April 2026 unter dem Titel „Die Stadt + Die Sauberkeit“ diskutiert. Referent ist Peter Postleb, der ehemalige Leiter der Stabsstelle „Sauberes Frankfurt“. In Bürgerbefragungen rangiert die mangelnde Sauberkeit derzeit auf Platz zwei der drängendsten Probleme Frankfurts.
Sanktionen und Verwaltungsentscheidungen
Seit dem 1. Oktober 2025 hat die Stadtverwaltung Frankfurt die Bußgelder für Verstöße gegen die Abfallsatzung drastisch erhöht. Illegale Sperrmüllablagerungen oder das achtlose Wegwerfen von Einwegverpackungen können nun vierstellige Summen nach sich ziehen. Dennoch zeigt die aktuelle Datenlage der Entsorgungsbetriebe (FES), dass eine nachhaltige Verbesserung bisher ausbleibt. Postleb wird Ursachenanalysen präsentieren und diskutieren, warum die bisherigen administrativen Maßnahmen nicht die gewünschte Wirkung zeigen.
Themenfokus Mai und Juni: Zeichnen und Fußverkehr
Die Reihe wird im Mai und Juni mit Themen abgeschlossen, die die direkte Wahrnehmung des Stadtraums betreffen.
Urban Sketching am 6. Mai
Sibylle Lienhard von den „Urban Sketchers Rhein-Main“ präsentiert am 6. Mai das Thema „Die Stadt + Das Zeichnen“. Hierbei geht es um die architektonische Dokumentation durch Live-Skizzen vor Ort. Der Vortrag richtet sich auch an Laien und soll Hemmschwellen beim kreativen Zugang zur Architektur abbauen.
Fußverkehrsstrategie am 10. Juni
Gladys Vasquez Fauggier, die seit 2024 amtierende Fußverkehrsbeauftragte der Stadt Frankfurt am Main, referiert am 10. Juni über „Die Stadt + Die Fußwege“. In den vergangenen Jahren lag der Fokus der Verkehrspolitik meist auf dem Konflikt zwischen Auto- und Radverkehr (z.B. Sperrung des nördlichen Mainufers). Vasquez Fauggier stellt nun konkrete Projekte zur Aufwertung von Gehwegen und zur Erhöhung der Sicherheit für Fußgänger vor.

Übersicht der STADTplus-Termine im Frühjahr 2026
Handlungsanleitungen für Besucher und Interessierte
Bürgerinnen und Bürger, die an der Veranstaltungsreihe teilnehmen oder die behandelten Themen aktiv verfolgen möchten, können folgende Schritte unternehmen:
- Reservierung: Da die Kapazitäten im DAM Ostend begrenzt sind, wird eine frühzeitige Anmeldung über die Webseite des DAM (dam-online.de) empfohlen. Restkarten sind an der Abendkasse verfügbar.
- Müllmeldungen: Bei akuten Problemen mit der Stadtsauberkeit können Bürger die „Clean Frankfurt“-App nutzen oder sich direkt an die FES wenden.
- Fußverkehr-Feedback: Anregungen zu unsicheren Gehwegen können direkt an das Büro der Fußverkehrsbeauftragten im Straßenverkehrsamt Frankfurt gerichtet werden.
Die Veranstaltungsreihe STADTplus verdeutlicht, dass Stadtplanung im Jahr 2026 weit über rein bauliche Aspekte hinausgeht. Durch die Einbeziehung von Themen wie Nachtökonomie, Sauberkeit und Mobilitätsgerechtigkeit schafft das DAM eine Plattform, auf der administrative Entscheidungen direkt mit der Lebensrealität der Frankfurter Bürger abgeglichen werden können. Die aktive Teilnahme an diesen Diskursen bietet den Bewohnern die Möglichkeit, die Transformation ihrer Stadtviertel nicht nur als passive Beobachter, sondern als informierte Akteure zu begleiten.
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