Cricket gilt in England als Nationalsport und ist tief in der Kultur des Landes verwurzelt. Normalerweise verbindet man die Spieler mit traditionellen Werten, Sponsorenverträgen und der strikten Etikette des Sports. Doch im Jahr 2025 brach Tymal Mills, einer der bekanntesten Fast Bowler Englands, mit dieser Tradition. Er eröffnete als erster professioneller Cricketspieler einen Account bei OnlyFans. Damit betrat er ein Feld, das im Sport bisher tabu war, und löste eine Debatte aus, die weit über Cricket hinausging. Während viele Fans neugierig waren, reagierte das englische Cricket Board (ECB) mit einer klaren Grenze: Werbung für die Plattform auf dem Spielfeld sei nicht vereinbar mit dem Image des Sports. Darüber berichtet SoFrankfurt unter Berufung auf The Times.
Warum sich Tymal Mills für OnlyFans entschied
Hinter dieser Entscheidung steckt kein Skandal, sondern vielmehr ein Bedürfnis nach Authentizität. Mills erklärte, dass er seinen Fans die Realität des Profisports zeigen wolle: nicht nur die Siege, sondern auch die Rückschläge, die langen Trainingsstunden und den mentalen Druck. Gerade Cricket gilt als ein Spiel, das psychische Stärke erfordert – ein einziger Fehler kann das ganze Match drehen. Viele junge Spieler unterschätzen diesen Aspekt und konzentrieren sich ausschließlich auf Technik und Fitness. Mills möchte durch seine Offenheit aufzeigen, dass mentale Vorbereitung ebenso entscheidend ist wie physische Stärke. Damit hofft er, ein Vorbild für die nächste Generation von Cricketspielern zu werden.
Authentizität statt Glamour
„Viele Menschen sehen nur die glitzernden Momente – volle Stadien und große Turniere. Aber keiner weiß, was es bedeutet, monatelang unterwegs zu sein, fern von der Familie und immer mit der Angst vor Verletzungen“, sagte Mills in einem Interview. Für ihn sei OnlyFans eine Möglichkeit, diese weniger sichtbare Seite des Spiels zu dokumentieren.
Seine Beweggründe im Überblick:
- Fans sollen echte Einblicke hinter die Kulissen erhalten
- keine Abhängigkeit von klassischen Medieninterviews
- direkter Dialog über Siege, Niederlagen und mentale Herausforderungen
- Aufbau einer eigenen Marke jenseits traditioneller Sponsoren
Inhalte und Abonnement
Mills machte gleich zu Beginn deutlich, dass es sich bei seinem Kanal nicht um erotischen Content handeln würde. Stattdessen bietet er exklusive Einblicke, die Fans sonst nirgendwo erhalten: kurze Analysen nach Spielen, persönliche Video-Botschaften, Trainingsausschnitte und Live-Coaching-Sessions. Besonders beliebt sind seine „Unfiltered Thoughts“ – spontane Reaktionen nach guten wie schlechten Spielen. Diese Beiträge vermitteln das Gefühl, direkt im Kopf des Spielers zu sein und die Emotionen ohne Filter mitzuerleben. Viele Abonnenten betonen, dass gerade diese Authentizität den größten Mehrwert gegenüber klassischen Interviews darstellt.
Zugang und Preisgestaltung
Das Grundmodell ist kostenlos, um eine breite Community zu erreichen. Wer jedoch tiefer einsteigen will, kann für rund 5 US-Dollar pro Monat zusätzliche Inhalte freischalten. Dazu gehören persönliche Tipps für Nachwuchsspieler, Taktikdiskussionen oder Q&A-Sessions. Mills betonte, dass es ihm nicht um schnelles Geld gehe: „Ich möchte kein Millionär durch Social Media werden. Mir geht es darum, meinen Fans etwas zurückzugeben und eine ehrliche Verbindung aufzubauen.“
Was Abonnenten erwarten können:
- Basiszugang gratis mit regelmäßigen Updates
- exklusive Inhalte (z. B. Coaching und Analysen) für ca. 5 USD
- persönliche Q&A-Runden mit direkter Interaktion
- kurze Clips aus dem Training und Spielvorbereitung
- private Nachrichten an besonders engagierte Fans

Konflikt mit dem englischen Cricket Board
Die Zusammenarbeit mit OnlyFans blieb jedoch nicht ohne Folgen. Beim prestigeträchtigen Turnier The Hundred erschien Mills mit einem Schläger, auf dem das Logo der Plattform angebracht war. Für das ECB war dies ein Tabubruch. Offiziell erklärte das Board, dass eine Plattform wie OnlyFans „nicht zum familienfreundlichen Charakter des Cricket“ passe.
Das Verbot wurde sofort durchgesetzt. Mills musste die Werbung entfernen und bekam strikte Auflagen für zukünftige Matches. Die Entscheidung sorgte für breite Diskussionen: Viele Fans fragten, warum das Sponsoring durch Wettanbieter oder Alkoholmarken akzeptiert werde, während eine digitale Plattform für exklusive Inhalte ausgeschlossen werde.
Reaktionen der Gemeinschaft
Die öffentliche Meinung teilte sich in zwei Lager. Befürworter sahen in Mills einen Pionier, der den Mut habe, neue Wege zu gehen und Fans näher an den Sport heranzuführen. Gegner kritisierten die Nähe zu einer Plattform, die trotz ihrer Neuausrichtung immer noch stark mit Erotik-Inhalten verbunden ist.
Einige Sportexperten lobten den Schritt als „innovativen Versuch, die Abhängigkeit von klassischen Sponsoren zu durchbrechen“. Andere warnten vor einer „schleichenden Kommerzialisierung“, die das traditionelle Image des Sports untergrabe. Fakt ist: Mills brachte eine Diskussion ins Rollen, die sich in den kommenden Jahren noch intensivieren dürfte.
Breiterer Kontext
Mills’ Geschichte passt in einen globalen Trend: Immer mehr Sportler suchen alternative Einnahmequellen außerhalb des Spielfeldes. Digitale Plattformen wie OnlyFans, Patreon oder spezielle Streaming-Dienste bieten ihnen die Chance, unabhängig von Sponsoren zu agieren und direkt mit Fans zu interagieren. Vor allem für Athleten, die nicht zur absoluten Weltspitze gehören, ist dies oft die einzige Möglichkeit, die hohen Kosten für Reisen, Trainer und medizinische Betreuung zu decken.
OnlyFans selbst versucht seit Jahren, das Image einer reinen „Adult-Plattform“ abzulegen. Musik, Fitness und Sport sind Wachstumsfelder, die neue Zielgruppen erschließen sollen. Dass ein Spieler wie Tymal Mills diesen Schritt wagt, zeigt, dass die Grenzen zwischen klassischem Sportmarketing und digitaler Fan-Ökonomie zunehmend verschwimmen.
10 Fakten über Tymal Mills
- Geboren am 12. August 1992 in Dewsbury, England.
- Linkshändiger Fast Bowler mit Wurfgeschwindigkeiten über 150 km/h.
- Debüt 2012 für Sussex in der County Championship.
- Spielte für mehrere Teams in internationalen T20-Ligen, darunter die Royal Challengers Bangalore (IPL).
- Teil der englischen Nationalmannschaft im Format Twenty20.
- Bekam wegen Rückenproblemen eine längere Karrierepause.
- Wurde 2017 einer der teuersten englischen Spieler in der IPL-Auktion.
- Bekannt für seine aggressive Spielweise und psychische Widerstandsfähigkeit.
- 2025 erster Cricketprofi auf OnlyFans.
- Verwickelt in einen Skandal, als das ECB Werbung für OnlyFans auf dem Schläger verbot.
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Foto von hindustantimes

