Die zweitägigen Verhandlungen zwischen der Ukraine, den USA und den europäischen Partnern in Berlin zur Suche nach einer Friedenslösung sind abgeschlossen und führen zu unterschiedlichen Einschätzungen von Expertinnen über den tatsächlich erzielten Fortschritt. Die Politikwissenschaftlerin Nicole Deitelhoff vom Leibniz-Institut für Friedens- und Konfliktforschung betonte in den tagesthemen eine spürbare Dynamik, die sich bereits in den letzten Wochen entwickelt habe und durch die Berliner Treffen weiter vorangetrieben wurde. Ihrer Ansicht nach ist der größte Erfolg, dass es den USA, Europa und der Ukraine gelungen sei, eine gemeinsame, abgestimmte Position zu erarbeiten, was zuvor nicht der Fall gewesen sei. Deitelhoff bezeichnete dies als „grundlegenden Fortschritt“, der künftige Verhandlungen beflügeln könnte. Sie hob auch die Rückkehr der europäischen Partner zur Initiative hervor und betonte, dass die Gestaltung dieser beiden Tage durch die Europäer – ein Erfolg des Bundeskanzlers – sehr erfolgreich verlaufen sei, berichtet die Redaktion So Frankfurt mit Verweis auf tagesschau
Deitelhoff stellte fest, dass Russland, obwohl es an seinen Maximalforderungen festhält, im Gegensatz zu früheren Phasen gesprächsbereit bleibe und die Verhandlungen nicht für „völlig obsolet“ erklärt habe. Die Politikwissenschaftlerin Claudia Major äußerte sich jedoch im ARD-Morgenmagazin deutlich verhalten-optimistischer zu den Gesprächsergebnissen. Sie stimmte zu, dass eine konzertierte Position zwischen der Ukraine, den USA und Europa einen Fortschritt darstelle. Allerdings wies sie darauf hin, dass die besprochenen Punkte – darunter die mögliche Aufstellung einer multinationalen Truppe zur Sicherung eines Friedens – keinen Sicherheitsgarantien gleichkommen, wie sie von der NATO bekannt sind. Es handele sich lediglich um eine „umfassende Unterstützung“ für die Ukraine.
Claudia Major unterstrich, dass die zentrale Frage eines Waffenstillstands oder gar Friedens letztlich nur davon abhängt, ob Russland Interesse daran zeigt, sich darauf einzulassen. Derzeit gebe es „überhaupt keine Indikation“ für ein russisches Interesse an einem Waffenstillstand; Moskau zeige bisher nur ein Interesse am militärischen Sieg. Somit bleibe die entscheidende Frage bestehen: Was ändert das Kalkül Russlands und bewegt den Kreml dazu, sich zu akzeptablen Bedingungen an den Verhandlungstisch zu begeben?
Mehr über Frankfurt, seine Familienorte und das Leben im Rhein-Main-Gebiet lesen Sie auf SoFrankfurt – Ihrer Redaktion für die Stadt, die Sie bewegt. Lesen Sie auch: Deutschland stellt Ukraine im Jahr 2026 mehr als 11 Milliarden Euro Hilfe bereit








