Der Vorfall rund um den türkischen Verkehrs- und Infrastrukturminister Abdulkadir Uraloglu hat für Aufsehen gesorgt: Bei einer Fahrt auf der neu freigegebenen Autobahn Ankara-Niğde überschritt er die erlaubte Höchstgeschwindigkeit von 140 km/h erheblich und fuhr mit 224 km/h. Der Vorfall wurde nicht etwa durch die Polizei, sondern durch einen Kameramann dokumentiert, der ursprünglich ein Video zur Vorstellung der Autobahn drehen wollte. Dieses peinliche Missgeschick brachte den Minister in die Schlagzeilen und erntete scharfe Kritik in den sozialen Medien. Darüber berichtet SoFrankfurt unter Berufung auf fr.de.
Uraloglu, der in einem Video auf seinem offiziellen X-Kanal erklärte, dass er von dem hohen Tempo „nicht bewusst“ war, versuchte, den Vorfall zu relativieren. „Um den Zustand der Autobahn zu sehen, habe ich mich ans Steuer gesetzt und dabei kurzzeitig das Tempolimit überschritten. Mit dem veröffentlichten Video habe ich mich sozusagen selbst angezeigt“, sagte der Minister. Er betonte, dass er die Notwendigkeit der Einhaltung der Geschwindigkeitsbegrenzungen anerkenne und versprach, künftig vorsichtiger zu fahren. Infolgedessen wurde ihm eine Geldbuße in Höhe von 9.267 Türkischen Lira (circa 193 Euro) auferlegt, die er ebenfalls öffentlich teilte.
Der Vorfall kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Türkei weiterhin mit massiven Verkehrsproblemen zu kämpfen hat. Laut dem türkischen Statistikamt TÜIK gab es im Jahr 2024 mehr als 1,4 Millionen Verkehrsunfälle, bei denen 6.531 Menschen ums Leben kamen. Auch wenn der Minister versichert, dass er sich bessern wolle, wirft die Überschreitung ein schlechtes Licht auf die Verantwortung der Politiker, die als Vorbilder in Sicherheitsfragen fungieren sollten.
Der Unfall hat nicht nur für die Regierung, sondern auch für die öffentliche Wahrnehmung der Autobahnprojekte Folgen. Der Fokus hätte auf den Fortschritten der Infrastruktur gelegt werden sollen, doch stattdessen wurde das Video zu einem Symbol für die Missachtung von Verkehrsregeln, die oft von denjenigen übersehen werden, die sie selbst vertreten sollten.
Die Tragödie der türkischen Straßenunfälle ist weiterhin ein drängendes Thema: 2020, vor der Pandemie, waren 983.808 Unfälle gemeldet worden, wobei 4.866 Menschen ums Leben kamen. Trotz aller Bemühungen um Verbesserungen im Verkehrsmanagement bleiben die Zahlen erschreckend hoch.
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