Frankfurt am Main. Nach fast zehn Jahren ist Schluss: Microsoft stellt den offiziellen Support für Windows 10 am 14. Oktober 2025 endgültig ein. Millionen Computer in Deutschland sind betroffen – darunter Privatrechner, Firmenlaptops und Geräte in öffentlichen Einrichtungen. Ohne Vorbereitung drohen ab Mitte Oktober massive Sicherheitslücken, Datenverlust und Funktionsprobleme. Die Redaktion von SoFrankfurt erklärt, was das für Nutzerinnen und Nutzer in Deutschland konkret bedeutet – und wie man sich jetzt absichert.
Das Ende einer Ära: Keine Updates, kein Schutz, keine Ausreden
Ab dem 14. Oktober liefert Microsoft keine Sicherheits- oder Funktionsupdates mehr für Windows 10. Auch der technische Support endet. Rechner mit dem alten System bleiben zwar lauffähig, gelten aber als unsicher.
Experten des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnen, dass Cyberangriffe, Schadsoftware und Datenlecks bei ungeschützten Systemen nach dem Stichtag stark zunehmen werden.
„Wer Windows 10 nach dem Support-Ende weiterhin nutzt, handelt fahrlässig – besonders bei sensiblen Daten“, so ein Sprecher des BSI in Bonn.
Kostenlose Sicherheitsupdates für ein weiteres Jahr
Microsoft reagierte auf Druck europäischer Verbraucherverbände und kündigte im September 2025 an, dass Privatanwender in der EU, im EWR und damit auch in Deutschland kostenlos an den Extended Security Updates (ESU) teilnehmen können.
Diese Sicherheitsupdates verlängern den Schutz bis 13. Oktober 2026 – eine Art digitale Schonfrist.
Voraussetzungen für das kostenlose ESU:
- Windows 10 Version 22H2 (Build 19045.x) muss installiert sein.
- Das Gerät muss mit einem Microsoft-Konto (MSA) verbunden sein.
- Das Konto darf nicht länger als 60 Tage inaktiv sein.
- Automatische Updates müssen aktiviert bleiben.
Ohne die Verbindung zu einem Microsoft-Konto werden die Updates automatisch gestoppt.
„Sicherheit darf kein Luxus sein – Microsoft musste hier auf Druck der EU reagieren“, erklärt IT-Analystin Sabine Frey aus Frankfurt.
So aktivieren Sie das kostenlose Update
- Version prüfen:
Windows-Taste + R →winvereingeben.
Wenn Version 22H2 angezeigt wird, ist das System geeignet. Falls nicht, über Einstellungen → Windows Updateaktualisieren. - Microsoft-Konto verbinden:
Einstellungen → Konten → Ihre Infos → Mit Microsoft-Konto anmelden.
Bleiben Sie angemeldet, um ESU weiter zu empfangen. - ESU aktivieren:
Einstellungen → Update & Sicherheit → Windows Update → „Erweiterte Sicherheitsupdates aktivieren“.
Mit Konto bestätigen, Installation abwarten. - Sicherstellen, dass Updates aktiv sind:
Unter Updateverlauf prüfen, ob Sicherheitsupdates mit Datum nach dem 14. Oktober 2025 gelistet sind. - Datensicherung:
Systemsteuerung → Sichern und Wiederherstellen (Windows 7).
Zusätzlich empfiehlt das BSI ein Cloud-Backup oder eine externe Festplatte.
Was Nutzer jetzt tun sollten
Wer Windows 10 weiterhin nutzt, sollte das kostenlose ESU sofort aktivieren. Parallel dazu rät das BSI, den Umstieg auf Windows 11 oder eine andere moderne Plattform bis spätestens Sommer 2026 zu planen.
Die PC-Integritätsprüfung (Health Check App) von Microsoft zeigt, ob ein Rechner die Hardwareanforderungen für Windows 11 erfüllt – etwa TPM 2.0 und Secure Boot.
Falls der Rechner zu alt ist, kann das integrierte Tool mbr2gpt.exe ältere Festplatten in das moderne GPT-Format konvertieren. Eine Installation von Windows 11 auf nicht unterstützten Geräten über Hacks oder modifizierte Installationsdateien gilt als unsicher und nicht rechtskonform.
Microsoft 365 und Office – Support läuft weiter
Nutzer von Microsoft 365 oder Office 2021 auf Windows 10 erhalten weiterhin Sicherheitsupdates, jedoch nur bis 10. Oktober 2028.
Neue Funktionen gibt es nicht mehr, weshalb Microsoft empfiehlt, langfristig auf Windows 11 oder cloudbasierte Lösungen wie Windows 365 umzusteigen.
Windows 10 in Deutschland: Zahlen und Ausblick
Laut StatCounter liegt der Marktanteil von Windows 10 in Deutschland im Herbst 2025 noch bei rund 50 Prozent, während Windows 11 auf etwa 44 Prozent wächst. Besonders in kleinen Betrieben und Behörden läuft oft noch alte Hardware, für die ESU eine notwendige Zwischenlösung darstellt. Doch das kostenlose Jahr ist kein Freifahrtschein:
Nach dem 13. Oktober 2026 endet auch diese Sicherheitsphase endgültig. Geräte, die dann noch mit Windows 10 arbeiten, sind vollständig ungeschützt.
Deutschland steht vor dem digitalen Umbruch
Das Support-Ende von Windows 10 markiert einen Wendepunkt – sowohl technisch als auch sicherheitspolitisch. Deutschland steht vor einer großflächigen Modernisierung seiner IT-Systeme. Wer rechtzeitig handelt, schützt sich und seine Daten. Das kostenlose ESU ist ein letzter Schutzschirm, kein Dauerzustand. „Windows 10 war das meistgenutzte System der vergangenen Dekade“, sagt IT-Expertin Frey. „Doch wer 2026 noch darauf setzt, riskiert nicht nur seine Daten, sondern auch seine digitale Glaubwürdigkeit.“
Mehr über Frankfurt, seine Familienorte und das Leben im Rhein-Main-Gebiet lesen Sie auf SoFrankfurt – Ihrer Redaktion für die Stadt, die Sie bewegt. Lesen Sie auch: Felix Baumgartner tragischer Absturz: Menschliches Versagen als Todesursache im Fokus
