Der Naturbadesee Arheilger Mühlchen im Darmstädter Stadtteil Arheilgen ist erneut von den Behörden geschlossen worden. Grund dafür ist eine erhöhte Konzentration von Cyanobakterien, besser bekannt als Blaualgen, die im Wasser nachgewiesen wurden. Gleichzeitig warnte die Stadt auch vor gesundheitlichen Risiken beim Baden in der nahegelegenen Grube Prinz von Hessen. Darüber berichtet SoFrankfurt unter Berufung auf fr.de.
Am Freitagnachmittag teilte die Stadt Darmstadt mit, dass ein regulärer Badebetrieb im Arheilger Mühlchen „bis auf Weiteres nicht möglich“ sei. Die Entscheidung sei zum Schutz der Gesundheit der Besucherinnen und Besucher getroffen worden. Nach Angaben der Pressestelle werde die Situation engmaschig überwacht. Regelmäßige Wasserproben sollen eine genaue Beobachtung des Algenbefalls ermöglichen. Erst wenn die Messwerte wieder im unbedenklichen Bereich liegen, wird über eine mögliche Wiederfreigabe informiert.
Die Problematik ist nicht neu. Bereits in der Vergangenheit musste das Arheilger Mühlchen mehrfach geschlossen werden. Als Naturgewässer unterliegt es natürlichen Schwankungen, die stark von Wetter, Temperatur und Nährstoffeinträgen beeinflusst werden. Besonders hohe Temperaturen und langanhaltende Sonneneinstrahlung begünstigen die Ausbreitung von Cyanobakterien. Diese Bakterien können Giftstoffe absondern, die bei Kontakt oder Verschlucken gesundheitliche Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Atemnot oder Hautreizungen hervorrufen können.
Auch an der Grube Prinz von Hessen, einem beliebten Badesee zwischen Darmstadt und Dieburg, wurden in den vergangenen Wochen erhöhte Blaualgenwerte festgestellt. Zwar wirkte sich eine Phase mit kühleren Temperaturen im Juli kurzfristig positiv auf die Wasserqualität aus, dennoch warnte die Stadt zuletzt am 12. August davor, beim Baden besondere Vorsicht walten zu lassen. Besucherinnen und Besucher wurden aufgefordert, Bereiche mit grünlicher Verfärbung oder starker Trübung zu meiden. Zudem sollten Hunde nicht an betroffene Uferstellen gelassen werden.
Bereits am 9. Juli hatte die Stadt Darmstadt ein vorheriges Badeverbot im Arheilger Mühlchen wieder aufgehoben, nachdem die Werte kurzfristig gesunken waren. Damals empfahl man trotz der Wiedereröffnung, auf das Tauchen zu verzichten und sich nach dem Schwimmen gründlich zu duschen. Doch die Entwarnung hielt nur wenige Wochen, bevor die aktuelle Sperrung erneut notwendig wurde.
Die Stadtverwaltung betont, dass die Wasserqualität sowohl im Arheilger Mühlchen als auch in der Grube Prinz von Hessen kontinuierlich kontrolliert wird. Sichttiefen-Messungen, die Auswertung der Cyanobakterienwerte und die Prüfung der Algenkonzentrationen sollen sicherstellen, dass Veränderungen rechtzeitig erkannt und kommuniziert werden. Ein Grenzwert von mehr als 24 Milligramm Cyanobakterien pro Liter würde nach Vorgaben des Umweltbundesamtes ein sofortiges Badeverbot nach sich ziehen.
Stadtrat und Grünflächendezernent Michael Kolmer (Grüne) erklärte, dass die Belastung durch Blaualgen in den heißen Sommertagen absehbar gewesen sei. Man habe bereits mit Pflegemaßnahmen wie Grünschnitt am Ufer, Neuordnung der Wege und der Entnahme invasiver Krebse versucht, den Nährstoffeintrag zu reduzieren. Dennoch sei es nicht möglich, das ökologische Gleichgewicht kurzfristig wiederherzustellen. Deshalb appellierte Kolmer eindringlich an die Badegäste, mit großer Vorsicht vorzugehen oder die Seen gänzlich zu meiden.
Neben den Darmstädter Gewässern sind derzeit auch weitere Seen in Hessen betroffen, darunter der Schultheis-Weiher bei Offenbach und der Badesee Klein-Krotzenburg. Experten raten allen Besucherinnen und Besuchern, auf sichtbare Schlieren oder intensiv grünlich verfärbtes Wasser zu achten und diese Bereiche konsequent zu meiden.
Das Arheilger Mühlchen bleibt vorerst geschlossen. Die Grube Prinz von Hessen steht ebenfalls unter erhöhter Beobachtung. Über mögliche Lockerungen oder neue Verbote will die Stadt zeitnah informieren, sobald aktuelle Messergebnisse vorliegen.
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Foto von Jens Joachim

