Die Schweizer Autorin Dorothee Elmiger ist Gewinnerin des Deutschen Buchpreises 2025. Die Schriftstellerin, 1985 in der Schweiz geboren und heute in New York lebend, wurde in Frankfurt am Main für ihren Roman „Die Holländerinnen“ ausgezeichnet. Die Jury lobte das Werk als „ein Ereignis“, dessen Sprache zugleich distanziert und doch fesselnd sei. Es handle sich um einen „faszinierenden Trip ins Herz der Finsternis“. Darüber berichtet SoFrankfurt.

Der Roman „Die Holländerinnen“ erzählt von einer kollektiven Grenzüberschreitung im südamerikanischen Regenwald. Eine Autorin berichtet in einer Poetikvorlesung von einer Expedition mit einer Theatergruppe in den Dschungel. Diese begibt sich auf die Spuren zweier holländischer Backpackerinnen, die dort vor Jahren tatsächlich verschwunden sind. Doch das künstlerische Projekt gerät zunehmend außer Kontrolle – der Urwald verschlingt die Gruppe förmlich, und zwischen Angst, Erschöpfung und Wahn entstehen verstörende Erzählungen. Die Geschichte wird in indirekter Rede wiedergegeben, was ihr eine distanzierte, beinahe traumhafte Intensität verleiht.

Elmiger zieht ihre Leserinnen und Leser in einen Strudel aus Angst, Faszination und Selbstverlust. Ihr Werk spiegelt den inneren Zerfall moderner Menschen in Extremsituationen wider. Die Jury beschrieb „Die Holländerinnen“ als ein Werk, das „die Finsternis in der Natur und im Menschen zugleich auslotet“. Die Autorin galt schon im Vorfeld als eine der Favoritinnen für den Preis.

Die Jury sichtete insgesamt 229 deutschsprachige Romane, die zwischen Oktober 2024 und September 2025 erschienen waren. Zunächst wurde eine Longlist mit 20 Titeln veröffentlicht, bevor sechs Werke auf die Shortlist kamen. Neben Elmiger waren dies Kaleb Erdmann mit „Die Ausweichschule“ (Park x Ullstein), Jehona Kicaj mit „ë“ (Wallstein Verlag), Thomas Melle mit „Haus zur Sonne“ (Kiepenheuer & Witsch), Fiona Sironic mit „Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luft“ (Ecco Verlag) und Christine Wunnicke mit „Wachs“ (Berenberg Verlag). Jurysprecherin Laura de Weck erklärte: „Jede Lektüre auf der Shortlist ist ein Befreiungsschlag.“

Der Deutsche Buchpreis wird jährlich vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels vergeben und zählt zu den renommiertesten Literaturpreisen im deutschsprachigen Raum. Traditionell findet die Preisverleihung am Vorabend der Frankfurter Buchmesse statt. Die Auszeichnung ist mit insgesamt 37 500 Euro dotiert: Die Gewinnerin erhält 25 000 Euro, während die fünf weiteren Nominierten jeweils 2 500 Euro bekommen. Im Jahr 2024 gewann Martina Hefter den Preis für ihren Roman „Hey guten Morgen, wie geht es dir?“.

Elmigers Sieg betont die literarische Vielfalt der Gegenwart und zeigt, wie intensiv sich die deutschsprachige Literatur mit den psychologischen und gesellschaftlichen Abgründen der modernen Welt auseinandersetzt. Ihr Roman steht zugleich für eine neue Generation von Autorinnen, die Sprache als Experimentierraum zwischen Distanz und Emotion verstehen.

Frankfurter Buchmesse 2025

Die Frankfurter Buchmesse 2025 findet vom 15. bis 19. Oktober 2025 auf dem Gelände der Messe Frankfurt statt. Sie ist das wichtigste internationale Treffen der Buch- und Medienwelt. Unter dem Motto „Literatur grenzenlos“ präsentiert sie über 4 000 Aussteller aus mehr als 90 Ländern. Gastland ist Portugal, das seine kulturelle Vielfalt mit Lesungen, Ausstellungen und Diskussionen vorstellt.

Übersicht der wichtigsten Informationen

KategorieDetails
Datum15.–19. Oktober 2025
OrtMesse Frankfurt, Ludwig-Erhard-Anlage 1, Frankfurt am Main
Motto„Literatur grenzenlos“
GastlandPortugal
AusstellerzahlÜber 4 000 aus über 90 Ländern
Fachbesuchertage15.–17. Oktober
Publikumstage17.–19. Oktober
EintrittspreisePublikumstag €30, Wochenendticket €59, Family Ticket €60–70, Fachbesucher €91–165
Besucherzahl (erwartet)Über 300 000
VeranstaltungenLesungen, Panels, Signierstunden, Kulturabende
HighlightVerleihung des Deutschen Buchpreises
Websitewww.buchmesse.de

Thematische Schwerpunkte und Tipps für Besucher

Die Messe widmet sich aktuellen Themen der Buch-, Medien- und Technologiewelt. Besonders im Fokus stehen Digitalisierung, gesellschaftlicher Wandel und kreative Zukunftstrends, die die internationale Verlagsbranche prägen. Dabei werden neue Formen des Erzählens, der Wissensvermittlung und der Medienproduktion vorgestellt, die zeigen, wie sich das Lesen und Publizieren im digitalen Zeitalter verändert. Gleichzeitig bleibt die Buchmesse ein Ort des Dialogs zwischen Tradition und Innovation, an dem wirtschaftliche Interessen, kulturelle Verantwortung und technologische Entwicklungen aufeinandertreffen.

Zentrale Themenbereiche

  • Digital Media Hub: KI, E-Books und neue Übersetzungstechnologien
  • Comics & Graphic Novels: Künstlerische Formate im Wandel
  • Children’s Area: Leseförderung und Bildung für junge Besucher
  • Cultural Forum: Literatur, Menschenrechte und Diversität

Planung und Besuchserlebnis

Die Frankfurter Buchmesse ist mehr als eine Fachveranstaltung – sie ist ein kulturelles Erlebnis, das Frankfurt für fünf Tage in ein internationales Zentrum der Kreativität und Begegnung verwandelt. Besucher sollten ihren Aufenthalt gut planen, da das Messegelände weitläufig ist und zahlreiche Veranstaltungen gleichzeitig stattfinden. Wer sich rechtzeitig informiert, kann gezielt Lieblingsautoren treffen, Lesungen besuchen und die besonderen Atmosphären in den Themenhallen erleben. Eine gute Vorbereitung macht den Messebesuch nicht nur entspannter, sondern auch deutlich bereichernder.

Tipps für einen gelungenen Besuch

  • Frühzeitig Tickets online sichern
  • Öffentliche Verkehrsmittel (RMV) nutzen – oft im Ticket enthalten
  • App „Frankfurt Connect“ herunterladen, um Programm und Karte einzusehen
  • Bequeme Kleidung und Schuhe tragen
  • Familien sollten das Family Ticket und Kinderprogramme nutzen

Mehr über Frankfurt, seine Familienorte und das Leben im Rhein-Main-Gebiet lesen Sie auf SoFrankfurt – Ihrer Redaktion für die Stadt, die Sie bewegt. Lesen Sie auch: Frankfurter Buchmesse 2025 – Termine, Tickets, Programm, Highlights und Tipps für Besucher

Foto von Arne Dedert/dpa

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