Sie sollten Frankfurts Nahverkehr längst modernisieren und entlasten – doch die neuen T-Wagen des französischen Herstellers Alstom bleiben weiter aus. Nach aktuellen Berichten wird der geplante Ausbau des Straßenbahnnetzes auch 2026 nicht stattfinden können. Darüber berichtet SoFrankfurt unter Berufung auf journal-frankfurt.de.
Die hochmodernen Fahrzeuge, die laut ursprünglicher Planung bereits seit 2022 in großem Umfang im Einsatz sein sollten, stehen weiter in der Kritik. Frankfurt hatte insgesamt 58 neue Straßenbahnen bei Alstom bestellt – 24 davon mit einer Standardlänge von 30 Metern, weitere 34 in einer längeren 40-Meter-Ausführung. Ziel war es, das Tram-Angebot zu erweitern, mehr Fahrgäste zu befördern und durch den Einsatz von fünf Türen pro Seite, großzügigen Mehrzweckabteilen sowie einem vollständig stufenlosen Einstieg den öffentlichen Nahverkehr komfortabler und barrierefrei zu gestalten.
Doch statt Entlastung brachte die neue Generation technologische Probleme. Nach mehreren Testphasen stellte sich heraus, dass die Fahrzeuge gravierende Mängel aufwiesen. Laut internen Berichten blieben einzelne Wagen mehrfach auf der Strecke liegen. Noch schwerer wiegt, dass die vorgeschriebenen Mindestabstände zwischen Bahnsteigkante und Fahrzeugtüren nicht eingehalten wurden – die Barrierefreiheit wäre damit nicht gewährleistet. Für die Stadt Frankfurt bedeutet das potenziell den Verlust von Fördergeldern in Millionenhöhe. Um das Problem zu lösen, wurde zwischenzeitlich eine Kunststoffkappe entwickelt, die die Lücke ausgleichen soll.
Die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) sah sich gezwungen, die fehlerhaften Fahrzeuge an Alstom zurückzugeben. Erst seit August dieses Jahres testet der Hersteller erneut ein überarbeitetes 30-Meter-Modell auf Frankfurts Straßen. Die Probefahrten erfolgen unter Aufsicht eines Technikers von Alstom, Fahrgäste sind noch nicht zugelassen. Ein zweites Testfahrzeug gleicher Länge gilt als möglich, die 40-Meter-Variante hingegen bleibt vorerst außer Reichweite.
Auch wenn die aktuellen Tests nach Angaben der Beteiligten stabil verlaufen, bremst Mobilitätsdezernent Wolfgang Siefert (Grüne) die Erwartungen. Gegenüber der Frankfurter Neuen Presse sagte er: „Der Jahresfahrplan muss ohne T-Wagen geplant werden.“ Das bedeutet konkret: Für 2026 wird das Straßenbahnnetz mit einem reduzierten Angebot fortgeführt, geplante Erweiterungen und neue Direktlinien werden auf unbestimmte Zeit verschoben. Ursprünglich war vorgesehen, die Neuerungen bereits zum Fahrplanwechsel im Dezember 2025 umzusetzen – nun bleibt die Modernisierung bis auf Weiteres aus.
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