Die Deutsche Bahn will im Frankfurter Stadtteil Sachsenhausen ein neues Gleis zwischen der Deutschherrnbrücke und dem Südbahnhof errichten. Hintergrund ist, dass der Südbahnhof seine maximale Kapazitätsgrenze erreicht hat, was den Betrieb der S-Bahn-Linien S3 und S4 zunehmend belastet. Das Unternehmen spricht von einem geplanten „Bypass“, der in Kombination mit einer Verlängerung von Gleis 10 am Südbahnhof für eine spürbare Entlastung des Verkehrs sorgen soll. Darüber berichtet SoFrankfurt unter Berufung auf fnp.de.

Neben dem zusätzlichen Gleis sind umfangreiche Infrastrukturmaßnahmen vorgesehen. Dazu zählen die Erweiterung mehrerer Eisenbahnüberführungen sowie die vollständige Erneuerung der Schlachthofbrücke. Ziel ist es, sowohl den Bahnverkehr als auch den Verkehrsfluss in den umliegenden Straßen langfristig zu verbessern.

Um die baulichen Voraussetzungen zu klären, hat die Deutsche Bahn ein groß angelegtes Erkundungsprogramm gestartet. Etwa 50 Bohrungen mit einer Tiefe von bis zu 45 Metern sind geplant, um den Baugrund detailliert zu analysieren. Die Arbeiten beginnen Mitte August im Bereich der Gerbermühlstraße und werden in den folgenden Monaten auf mehrere Standorte ausgeweitet.

Baustellen entstehen unter anderem an den Eisenbahnüberführungen in der Seehofstraße, Siemensstraße und Darmstädter Landstraße. Dort müssen Verkehrsteilnehmer mit Fahrbahnverengungen, temporären Straßensperrungen sowie Einschränkungen auf Rad- und Gehwegen rechnen.

Besonders betroffen ist der Strahlenberger Weg, der voraussichtlich ab Ende August abschnittsweise vollständig gesperrt wird. Die Deutsche Bahn plant, das gesamte Bohrprogramm bis Februar 2026 abzuschließen. Um die Beeinträchtigungen für Anwohner so gering wie möglich zu halten, finden die Bohrungen ausschließlich tagsüber statt und erfolgen überwiegend auf öffentlichen Flächen.

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Foto von christoph boeckheler

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