Die Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH (FES) hat in Frankfurt ein bedeutendes Bauprojekt gestartet: Auf einem eigenen Grundstück an der Adolf-Haeuser-Straße entstehen derzeit 48 Werkswohnungen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des städtischen Entsorgungsunternehmens. Am Freitag wurde Richtfest gefeiert. Zum Sommer 2026 sollen die Wohnungen bezugsfertig sein. Darüber berichtet SoFrankfurt unter Berufung auf fnp.de.

Das Projekt liegt zwischen Busbahnhof, Bahngleisen und der Adolf-Haeuser-Straße. Vier Rohbauten sind bereits errichtet – drei Wohntürme und ein länglicher Riegelbau, der als Schallschutz zur Straße fungiert. Neben den Wohnungen werden im Erdgeschoss vier kleinere Gewerbeeinheiten und ein Sozialraum für FES-Beschäftigte eingerichtet, die während ihrer Arbeit im Außendienst einen Rückzugsort benötigen.

Nach Angaben der FES-Sprecherin Saskia Powell haben bereits 77 Beschäftigte Interesse an den neuen Wohnungen angemeldet. Kriterien für die Vergabe stehen noch nicht endgültig fest, allerdings sollen Kinder berücksichtigt werden. Ob die Dauer der Betriebszugehörigkeit ein entscheidendes Kriterium sein wird, ist noch offen – zu stark wäre dies ein Nachteil für Auszubildende, so Powell. Bewerben können sich nicht nur Müllwerker und Straßenreiniger, sondern auch Mitarbeitende der Verwaltung, Logistik und Tochterunternehmen.

Oberbürgermeister Mike Josef (SPD) betonte beim Richtfest die Bedeutung des Projekts. Wohnraum sei in Frankfurt ebenso knapp wie Fachkräfte. „Beides zu schaffen, ist eine zentrale Aufgabe“, erklärte Josef. Ob er damit indirekt Kritik an anderen Unternehmen äußerte, die eher in Dienstwagen als in Mitarbeiterwohnungen investieren, ließ er offen.

Die Wohnungen sind zwischen 40 und 106 Quadratmetern groß, mit einem bis fünf Zimmern. Insgesamt entsteht eine Wohnfläche von rund 3400 Quadratmetern, die Platz für bis zu 136 Menschen bieten könnte. Auf dem Dach des eingeschossigen Riegels wird eine begrünte Fläche mit kleinen Bäumen entstehen. Der gesamte Komplex wird als Passivhaus gebaut und mit Erdwärme betrieben, was den Heizbedarf deutlich reduziert. Ein begrünter Innenhof sowie ein Spielplatz sollen zusätzlich für Aufenthaltsqualität sorgen.

Von den 48 Wohnungen fallen 15 in die Kategorie „erster Förderweg“ für Haushalte mit niedrigem Einkommen. Weitere 21 Einheiten werden durch das „Frankfurter Programm für den Mietwohnungsbau für mittlere Einkommen“ gefördert. Lediglich zwölf Wohnungen sollen frei vermietet werden. Damit wird die Mehrheit der Mieten unterhalb des Frankfurter Durchschnitts liegen.

FES-Geschäftsführer Benjamin Scheffler erinnerte sich an die Anfänge des Projekts. Bereits 2017 sei in einem Gespräch mit der damaligen Umweltdezernentin und Aufsichtsrätin Rosemarie Heilig die Idee entstanden. Nur vier Wochen später habe die konkrete Planung begonnen. Bei der Auswahl der Baufirmen setzte FES bewusst auf mittelständische Unternehmen – nicht auf Konzerne mit langen Subunternehmerketten und auch nicht auf Kleinstbetriebe, die mit der Dimension überfordert wären. Ziel sei es gewesen, die regionale Wirtschaft zu stärken.

Bis zum geplanten Einzug im Spätsommer 2026 sind noch einige Arbeiten zu erledigen: Die Fassade muss gedämmt, Fenster eingesetzt und Innenräume ausgebaut werden. Erst dann können die ersten Mieterinnen und Mieter die Schlüssel zu den neuen Werkswohnungen entgegennehmen – sofern sie zu den Glücklichen zählen, die im Auswahlverfahren berücksichtigt werden.

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Foto von Maik Reuß/Maik Reuß

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