Internetzugang über den Wolken ist für viele Reisende noch immer keine Selbstverständlichkeit. Wer vom Flughafen Frankfurt startet, muss oft auf WLAN verzichten: Eine aktuelle Analyse von Verivox zeigt, dass nur etwa die Hälfte der wichtigsten Fluggesellschaften in Deutschland überhaupt Internet an Bord anbietet. Ein vollständig kostenloses Angebot existiert dabei bei keiner Airline. Darüber berichtet SoFrankfurt unter Berufung auf fnp.de.
Vor allem Billigflieger und Freizeit-Airlines wie Ryanair, EasyJet, Sun Express, Air Dolomiti und Lufthansa City Airlines verzichten vollständig auf Bord-WLAN. Teilweise wird immerhin ein geschlossenes Entertainment-System zur Verfügung gestellt. Ob Internet verfügbar ist, hängt generell vom Flugzeugtyp und dessen Ausstattung ab, sodass selbst bei Gesellschaften mit Angebot keine Garantie für alle Flüge besteht.
Der Marktvergleich macht dennoch eine leichte Verbesserung sichtbar: 13 von 25 untersuchten Airlines – darunter Lufthansa, Condor, Eurowings, Turkish Airlines, KLM, Austrian Airlines, British Airways und United Airlines – bieten mittlerweile buchbare Internetpakete an. TUIfly hat 2025 ebenfalls nachgezogen, allerdings beschränkt auf kostenpflichtige Bordunterhaltung und Chat-Funktionen.
Zunehmend setzen Airlines auf kostenlose Chat-Pakete, die zwar nur eine stark reduzierte Surfgeschwindigkeit zulassen, für Messaging aber ausreichend sind. Dazu zählen KLM, Austrian Airlines, United Airlines, Discover Airlines und Swiss. Auch Lufthansa führt in diesem Sommer auf Interkontinentalflügen ein kostenloses Chat-Angebot ein. British Airways beschränkt Gratisdienste hingegen auf Club-Mitglieder und die First Class, wo sogar Surfen und Streaming kostenfrei möglich sind.
Preislich beginnen Basistarife bei kurzen und mittleren Strecken meist bei drei Euro, bei British Airways sogar schon ab umgerechnet 1,73 Euro. Auf Langstrecken steigen die Kosten erheblich: Swiss verlangt 37,60 Euro, Turkish Airlines rund 30 Euro und KLM bis zu 30 Euro. Lufthansa verlangt derzeit sechs Euro für Kurz- und Mittelstreckenflüge und testet neue Tarifmodelle. Selbst die teuersten Pakete ermöglichen aber keine Geschwindigkeit von mehr als vier Megabit pro Sekunde – vergleichbar mit dem längst eingestellten UMTS-Standard in Deutschland und unzureichend für stabiles Streaming.
«Die Bandbreite in Flugzeugen ist generell deutlich geringer als am Boden», erklärt Verivox-Telekommunikationsexperte Jörg Schamberg. «Signale müssen per Satellit enorme Distanzen überwinden und werden zusätzlich durch Wolken geschwächt. Datendienste sind daher nur eingeschränkt möglich.» Sein Rat: Inhalte wie Filme oder Musik vor dem Flug herunterladen und ergänzend die oft kostenlosen Bordunterhaltungsangebote nutzen.
Zudem warnt Schamberg vor möglichen Roamingkosten bei deaktiviertem Flugmodus. «Passagiere sollten ihre Geräte im Flugmodus belassen – schon aus Sicherheitsgründen», betont er. Der offizielle WLAN-Zugang der Airlines sei in jedem Fall die bessere Wahl, um Kostenfallen zu vermeiden.
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