Mitarbeiter mehrerer Banken in Deutschland sind Opfer einer professionell organisierten Betrugsserie geworden. Die Täter gaben sich telefonisch als Geschäftsführer tatsächlich existierender Unternehmen aus und erbeuteten auf diese Weise erhebliche Geldsummen. Nun stehen sechs mutmaßliche Mitglieder der Bande im Alter zwischen 23 und 30 Jahren vor dem Landgericht Frankfurt. Darüber berichtet SoFrankfurt unter Berufung auf hessenschau.de.

Im Zentrum des Verfahrens steht eine ausgefeilte Methode, mit der die Betrüger Bankangestellte unter Druck setzten. Ein Anrufer, der sich als Geschäftsführer einer regional bekannten Firma ausgab, forderte angeblich dringend notwendige Sofortüberweisungen. Durch gezielte Gesprächsführung gelang es ihm, Mitarbeiter davon zu überzeugen, große Summen auf bestimmte Konten zu transferieren. Die Täter hatten im Vorfeld persönliche Daten und Kontoinformationen der echten Geschäftsführer recherchiert, entweder über das Internet oder durch direkte Anfragen bei den betroffenen Firmen.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft konnten einige Überweisungen zwar noch rechtzeitig gestoppt oder rückabgewickelt werden. Dennoch beläuft sich der entstandene Gesamtschaden auf knapp 740.000 Euro. Das Geld mussten die Banken am Ende ihren Kunden erstatten.

Umfangreiche Transfers in Gießen, Bremerhaven und Bayern

Besonders schwer traf es drei Institute: Eine Bank in Gießen überwies mehr als 172.000 Euro, während eine Bank in Bremerhaven fast 696.000 Euro auf mehrere Konten transferierte. Ein weiteres Geldinstitut in Bayern führte 39 Einzelüberweisungen mit einem Gesamtvolumen von über 360.000 Euro aus.

Die Frankfurter Anklagebehörde wirft den sechs Beschuldigten insgesamt 25 Betrugsfälle vor.

Angeklagte im Rhein-Main-Gebiet und in Dresden

Drei der Angeklagten lebten zum Zeitpunkt der Taten im Rhein-Main-Gebiet. Dort sollen sie in den Jahren 2023 und 2024 unmittelbar nach den Überweisungen Bargeld von den Zielkonten abgehoben haben. Die anderen drei Verdächtigen hatten ihren Wohnsitz in Dresden. Ihnen wird vorgeworfen, für die bundesweite Logistik der Taten verantwortlich gewesen zu sein.

Bis auf einen Angeklagten sitzen derzeit alle in Untersuchungshaft. Nach bisheriger Planung wird sich der Prozess vor dem Landgericht Frankfurt bis Anfang Dezember hinziehen.

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Foto von picture-alliance/dpa

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