Frankfurt am Main – Die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) hat am 19. Juli 2025 die grundlegend modernisierte U-Bahn-Station Niddapark/Ginnheim offiziell wieder in Betrieb genommen. Die Station, lange Zeit als veraltet und unattraktiv kritisiert, erstrahlt nun nach nur vier Monaten Bauzeit – also seit März 2025 – in neuer Funktionalität und Optik. Darüber berichtet das Stadtportal SoFrankfurt unter Berufung auf main-riedberg.de.

Neue Standards für barrierefreie Mobilität

Im Rahmen der Sanierung wurden Bahnsteige und Gleise millimetergenau aufeinander abgestimmt, sodass ein stufenloser Einstieg möglich ist. Drei neue Vitrinen, moderne LED-Beleuchtung sowie eine neue Überdachung sorgen für ein zeitgemäßes Erscheinungsbild. Zusätzlich wurden vorhandene Bauelemente neu lackiert, mit Blitzschutz sowie einer Graffiti-Schutzfolie versehen.

Noch in diesem Jahr sollen drei neue Aufzüge die Station vollständig barrierefrei machen. Mit einer Gesamtlänge von je 105 Metern ermöglichen die Bahnsteige dann auch mobilitätseingeschränkten Personen eine deutlich komfortablere Nutzung. Die Kosten der Maßnahme belaufen sich auf insgesamt 9,3 Millionen Euro – davon allein 3,4 Millionen für die Aufzüge und deren Zugänge.

Hinter den Kulissen: Unmut unter Fahrern

Parallel zum technischen Fortschritt verschärft sich jedoch ein arbeitsrechtlicher Konflikt bei der VGF. Rund 100 Fahrerinnen und Fahrer – ein Teil der insgesamt 900 Beschäftigten im Fahrdienst – haben im Juli Klage gegen das Unternehmen eingereicht. Grund ist die stufenweise Abschaffung einer freiwilligen Mitarbeiterzulage von 8 %, die seit 2010 als Anreiz für erhöhte Einsatzbereitschaft galt.

Nach einem positiven Tarifabschluss im Frühjahr 2024 sollen diese Zulagen nun entfallen. Die Gewerkschaften Verdi und Komba kritisieren das Vorgehen scharf: Die Kürzungen würden dem ohnehin belasteten Personal signalisieren, dass Mehrarbeit nicht länger gewürdigt werde.

Forderungen und Reaktionen

Die Kläger verlangen die Weiterzahlung der Zulagen, eine rückwirkende Vergütung seit Beginn der Kürzung sowie Rechtssicherheit für vergleichbare Regelungen in Zukunft. VGF-Sprecher Bernd Conrads teilte mit, man könne sich „wegen laufender Verfahren derzeit nicht weiter äußern“. Die Situation verstärkt die Unsicherheit im Fahrdienst – gerade in einem Umfeld, das durch Personalengpässe geprägt ist.

Fortschritt mit Widersprüchen

Die umfassende Sanierung der Station Niddapark/Ginnheim ist Teil eines größeren Modernisierungsplans: Bis Ende 2026 sollen alle 33 Frankfurter U-Bahn-Stationen barrierefrei zugänglich sein. Für Fahrgäste bedeutet das mehr Komfort und Sicherheit. Für die VGF stellt sich jedoch die Frage, ob technischer Fortschritt ohne soziale Stabilität ausreicht, um den ÖPNV nachhaltig zu stärken.

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