Nach einem außergewöhnlichen Kursanstieg im Jahr 2024, als Bitcoin zeitweise über die Marke von 100.000 Dollar stieg, wächst nun die Sorge vor einer deutlichen Marktbereinigung. Mike McGlone, Senior Commodity Strategist bei Bloomberg Intelligence, warnt davor, dass der Bitcoin-Preis bis auf 10.000 Dollar fallen könnte. Seine Einschätzung basiert auf globalen wirtschaftlichen Spannungen, verschärfter US-Handelspolitik und nachlassender Marktliquidität. Darüber berichtet SoFrankfurt unter Berufung auf Bloomberg Intelligence und das Analyse-Interview von 4. September 2025, veröffentlicht auf DailyHodl.com.

Warum der Kryptomarkt unter Druck steht

McGlone argumentiert, dass die aktuelle Bewertung des Bitcoin die realen Marktrisiken nicht mehr widerspiegelt. Der starke Kursanstieg 2024 sei durch einen „Überoptimismus“ und politische Unterstützung digitaler Vermögenswerte getrieben worden – insbesondere durch neue Investitionsmöglichkeiten über US-Rentenpläne (401(k)). Doch die erneute handelspolitische Straffung der Trump-Regierung und die Rückkehr zu protektionistischen Maßnahmen könnten laut Bloomberg-Analysten die globale Liquidität belasten. In diesem Umfeld zögen viele institutionelle Anleger Kapital aus riskanten Anlagen ab und investierten stattdessen in Gold oder US-Staatsanleihen.

McGlones Warnung: Rückkehr zur Realität

In seinem Bloomberg-Kommentar spricht McGlone von einer möglichen „Rückkehr zum Mittelwert“:

„Der Bitcoin-Preis könnte wieder in den Bereich von 10.000 Dollar fallen – das wäre keine Katastrophe, sondern eine Normalisierung nach einer Phase extremer Überbewertung.“

Er verweist darauf, dass der Kryptomarkt zunehmend mit traditionellen Finanzmärkten korreliert und damit seine ursprüngliche Rolle als „digitales Gold“ verliert. Staatliche Eingriffe und regulatorische Unsicherheiten verschärften laut Bloomberg-Intelligence den Abwärtsdruck.

Märkte reagieren geteilt

Trotz der warnenden Worte sehen einige Analysten weiterhin Chancen. Mehrere Fondsmanager halten das Preisniveau oberhalb von 80.000 Dollar für stabilisierbar, solange der institutionelle Zufluss anhält.
Dennoch bleibt die Volatilität außergewöhnlich hoch: Laut Daten von Bloomberg Terminal schwankt der Bitcoin-Kurs derzeit um mehr als 10 % pro Woche. Anleger sollten laut McGlone „nicht überrascht sein, wenn eine neue Phase der Marktbereinigung einsetzt“.

Nobelpreisträger Fama teilt die Skepsis

Auch der US-Ökonom und Nobelpreisträger Eugene Fama äußerte sich kritisch. Er warnt, dass Bitcoin langfristig wertlos werden könnte, falls er nicht in ein reguliertes Finanzsystem integriert wird. Ohne Rückhalt der Zentralbanken sei die Kryptowährung besonders anfällig für Zins- und Konjunkturschocks.

Empfehlungen für Anleger

Finanzberater raten, Kryptowährungen auf höchstens 10–15 % des Gesamtportfolios zu begrenzen und verstärkt auf Diversifikation zu setzen. Wer langfristig an Bitcoin glaubt, könne Kursrückgänge zwar zum schrittweisen Einstieg nutzen – jedoch nur mit klar definiertem Risikomanagement.
Entscheidend bleibe laut Bloomberg Intelligence die Geldpolitik der US-Notenbank (Fed): Sollte sie die Zinsen weiter anheben, könne das den Druck auf alle risikobehafteten Anlagen deutlich verstärken.

Zwischen Risiko und Zukunftsvision

Die Warnung von Bloomberg Intelligence löste in der Kryptoszene heftige Debatten aus. Während Skeptiker eine neue Baisse erwarten, sehen Optimisten lediglich eine kurzfristige Korrektur vor dem nächsten Aufwärtstrend. Sicher ist nur: Der Bitcoin-Markt tritt in eine Phase hoher Unsicherheit ein – und jedes geldpolitische Signal kann zum Kursauslöser werden.

Mehr über Frankfurt, seine Familienorte und das Leben im Rhein-Main-Gebiet lesen Sie auf SoFrankfurt – Ihrer Redaktion für die Stadt, die Sie bewegt. Lesen Sie auch: Vionta Lurex Bewertungen: Wie zuverlässig ist der Broker

Teilen Sie dies: