Ein Hauch von Hollywood lag am Freitagabend über Frankfurt, als nationale Filmgrößen, Produzenten und Schauspielerinnen über den roten Teppich der Alten Oper schritten. Der Hessische Film- und Kinopreis – oft als „Hessen Oscars“ bezeichnet – würdigt jährlich herausragende Leistungen in der Film- und Kinobranche und zählt zu den wichtigsten kulturellen Ereignissen des Landes. Darüber berichtet SoFrankfurt unter Berufung auf tagesschau.de.

Die Veranstaltung, die in diesem Jahr in zwölf Kategorien vergeben wird, vereinte Glanz, Glamour und gesellschaftliche Bedeutung. Während einige Gewinner erst im Rahmen der Gala bekannt gegeben wurden, stehen andere Preisträger bereits fest und sorgen für Gesprächsstoff in der deutschen Kulturszene.

Die Frankfurter Schauspielerin Mala Emde, bekannt durch ihre Rolle als Anne Frank, überzeugte mit einer herausragenden Darstellung der Vera Brandes im Film „Köln 75“. Darin verkörpert sie eine junge Konzertveranstalterin, die sich in einer männerdominierten Branche behauptet. Kunst- und Kulturminister Timon Gremmels (SPD) lobte die 29-Jährige für ihre Ausstrahlung und ihren Mut: „Mala Emde hat in den vergangenen zehn Jahren ihres Schaffens Beeindruckendes geleistet. Sie kann Vorbild sein für junge Menschen und vor allem junge Frauen.“

Der Ehrenpreis des Ministerpräsidenten ging an den gebürtigen Wiesbadener Michael Kessler, der seit Jahrzehnten mit seiner Vielseitigkeit begeistert. Ob als Komiker, Schauspieler oder Parodist – Kessler hat sich in der deutschen Unterhaltungslandschaft fest etabliert. Berühmt wurde er durch den Kultfilm „Manta, Manta“ (1991) und durch seine präzisen Parodien bekannter Persönlichkeiten. „Erst mal muss man gucken, gucken, gucken – die Person in verschiedenen Situationen beobachten, recherchieren. Wo kommt der her? Was hat der für einen Dialekt? Und dann einstudieren“, beschreibt Kessler seine Arbeitsweise im Interview mit dem Hessischen Rundfunk.

Große Freude herrschte auch bei Samirah Breuer und ihren Kolleginnen und Kollegen aus der ARD-Serie „Schattenseite“, die den Ensemble-Preis des Hessischen Rundfunks erhielten. Die Thriller-Mystery-Serie, basierend auf dem Roman des YouTubers Jonas Ems, thematisiert die gefährliche Macht digitaler Geheimnisse. Breuer spielt darin die Schülerin Nola, deren Abiturjahrgang durch eine mysteriöse Webseite terrorisiert wird, die private Daten veröffentlicht. „Ich habe mich mega gefreut. Das ist eine großartige Auszeichnung für uns junge Schauspieler“, sagte Breuer. Ems selbst erklärte: „Ich wollte zeigen, was passiert, wenn alle Daten offengelegt werden – ist das befreiend oder zerstörerisch?“

Ebenfalls vom Hessischen Rundfunk verliehen wurde der Schauspielpreis, der in diesem Jahr an Lisa Wagner, Nils Strunk und Justus von Dohnányi für ihre Leistung in der ZDF-Serie „Die Affäre Cum-Ex“ ging. Die Serie thematisiert den größten europäischen Steuerskandal. Strunk, der einen jungen Steueranwalt spielt, betonte: „Wir lassen uns nicht verarschen. Gerechtigkeit ist kein Kitsch – sie sollte selbstverständlich sein. Wenn wir als Gesellschaft bestohlen werden, holen wir uns das zurück.“

Der Preis der Frankfurter Buchmesse für die beste Adaption ging an die Verfilmung von Caroline Wahls Bestseller „22 Bahnen“, inszeniert von Mia Maariel Meyer nach einem Drehbuch von Elena Hell. Die Geschichte um Tilda, eine junge Frau, die zwischen ihren Träumen und der Verantwortung für ihre kleine Schwester hin- und hergerissen ist, bewegte Jury und Publikum gleichermaßen. Juergen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse, erklärte: „Dieser Film zeigt, wie eng Literatur und Film miteinander verwandt sind – und wie unterschiedlich sie zugleich erzählen können.“

Auch die heimischen Kinos erhielten besondere Aufmerksamkeit. Insgesamt 215.000 Euro Preisgeld – 65.000 Euro mehr als im Vorjahr – wurden an 30 Lichtspielhäuser in Hessen vergeben, darunter 19 gewerbliche und 11 nicht-gewerbliche. „Eine starke, lebendige Kino- und Festivalszene ist wichtig für Kultur, Gesellschaft und Demokratie“, betonte Minister Gremmels.

Eine der großen Neuerungen der Gala war die erstmalige Vergabe des QMS Respect Award durch die Queer Media Society. Mit diesem Preis werden Personen geehrt, die sich für queere Sichtbarkeit und Diversität in der Filmbranche einsetzen – ein Zeichen für die fortschreitende gesellschaftliche Öffnung und Vielfalt im deutschen Kulturbetrieb.

Mit Spannung erwartet wurden auch die Entscheidungen in den Kategorien Spielfilm, Dokumentarfilm, Kurzfilm, Hochschulabschlussfilm und Drehbuch, deren Gewinner erst am Gala-Abend bekannt gegeben werden sollten. Die „Hessen Oscars“ 2025 zeigten erneut, wie stark die kreative Energie des Bundeslandes ist – zwischen Talent, Engagement und dem unermüdlichen Streben nach künstlerischer Exzellenz.

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Foto von tagesschau.de

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