Der Profisport hat zwei Gesichter. Auf der einen Seite stehen Medaillen, Ruhm, TV-Übertragungen und die Aufmerksamkeit von Millionen Fans. Auf der anderen Seite gibt es enorme Kosten für Training, Reisen, Ausrüstung und Betreuer. Selbst Olympiasieger können selten von stabilen Einnahmen leben: Staatliche Förderungen und Sponsoren reichen oft nicht aus. Mit dieser Realität konfrontiert, entschied sich der britische Wasserspringer Jack Laugher 2021, ein Konto auf OnlyFans zu eröffnen. Sein Schritt inspirierte später auch weitere Mitglieder des Team GB, die Plattform zu nutzen. Für Laugher war dies weniger ein Experiment als vielmehr eine notwendige Strategie, um seine Karriere langfristig zu sichern. Das Beispiel zeigte eindrucksvoll, wie selbst Spitzensportler nach neuen Wegen suchen müssen, um konkurrenzfähig zu bleiben. Darüber berichtet SoFrankfurt unter Berufung auf The Times.

Warum Jack Laugher zu OnlyFans ging

Jack Laugher wurde nach seinem Olympiasieg 2016 in Rio de Janeiro berühmt, als er zusammen mit Chris Mears Gold im Synchronspringen vom 3-Meter-Brett gewann. Doch selbst der Status eines Olympiasiegers garantierte ihm keine finanzielle Stabilität. Bei den Spielen in Tokio 2020 holte er Silber, aber die Preisgelder deckten nicht die hohen Ausgaben für seine Vorbereitung.

Die staatliche Förderung von rund £28.000 pro Jahr ist im Vergleich zu den Gehältern im Fußball, Tennis oder der Leichtathletik gering. Vor diesem Hintergrund traf Laugher eine Entscheidung, die viele überraschte – er startete einen OnlyFans-Account.

„Ich will nicht mit Erotik assoziiert werden. Es geht um finanzielle Unabhängigkeit und die Möglichkeit, im Sport konkurrenzfähig zu bleiben“, sagte er gegenüber The Sun.

Was er dort veröffentlicht

Laughers Content besteht überwiegend aus stilvollen Fotos im Sportstil: Badehosen, Boxershorts oder Trainingskleidung. Alles bleibt im SFW (Safe For Work)-Format, also „arbeitsplatztauglich“. Er betont, dass er keine professionellen Grenzen überschreitet. Das Ziel sei, Fans zu binden und gleichzeitig die eigene Karriere finanziell abzusichern.

Andere Team-GB-Sportler auf OnlyFans

Laughers Beispiel machte Schule. Mehrere britische Wasserspringer folgten und eröffneten ebenfalls Accounts, um zusätzliche Einnahmen zu generieren.

  • Noah Williams – Synchronpartner von Tom Daley. Abo $10/Monat, Inhalte im SFW-Stil.
  • Matty Lee – Olympiasieger Tokio 2020 mit Daley. Abo $20/Monat, Posts ohne Erotik.
  • Daniel Goodfellow – WM-Bronzemedaillengewinner. Abo $9,99/Monat, „fun and exclusive“.
  • Matthew Dixon – Nachwuchstalent. Abo $10/Monat, leichter Unterhaltungsstil, keine „explicit pics“.

Auswirkungen auf das Team

Der gemeinsame Schritt sorgte für große mediale Aufmerksamkeit. Mehrere Olympioniken gleichzeitig auf OnlyFans – das war ein Novum. In der Öffentlichkeit wurde diskutiert, ob Athleten für diese Entscheidung kritisiert oder für ihre Kreativität und Eigenständigkeit gelobt werden sollten.

Finanzielle Aspekte und Einkommensbeispiele

Die Zahlen sprechen für sich. Wasserspringen bringt weder hohe Sponsorenverträge noch Preisgelder ein. Ein Europameistertitel bedeutet nur wenige tausend Euro, während die jährlichen Kosten eines Athleten leicht £50.000 übersteigen können.

Zum Vergleich:

  • Jährliche Ausgaben eines Springers: £40.000–60.000
  • Staatliche Förderung: ca. £28.000 pro Jahr
  • Durchschnittliches OnlyFans-Einkommen: £8.000–12.000 monatlich (je nach Abonnenten)

Schon 2.000 bis 3.000 Abonnenten reichen, um die staatliche Unterstützung zu übertreffen. Damit wird OnlyFans zu einem ernstzunehmenden Finanzinstrument für Athleten, die ihre Karriere sichern wollen.

Foto von Getty Images

Balance zwischen Image und Verdienst

Der größte Risikofaktor für Sportler auf OnlyFans ist ein möglicher Imageschaden. In der Öffentlichkeit gilt die Plattform oft als Synonym für Erotik. Laugher und seine Kollegen betonen jedoch klar, dass ihre Accounts „sauber“ sind und ausschließlich Lifestyle-Content enthalten.

„Ich finde, Sportler haben das Recht, selbst zu entscheiden, wie sie ihre Karriere finanzieren. Mein Ziel ist, im Sport erfolgreich zu sein, nicht mich zu rechtfertigen“, erklärte Laugher. Für viele Fans machte gerade diese Offenheit den Unterschied, da sie seine Beweggründe nachvollziehen konnten. Gleichzeitig wurde eine Debatte angestoßen, ob es nicht an den Verbänden und Sponsoren liegt, Athleten stärker finanziell abzusichern.

Reaktionen aus der Community

Die Reaktionen waren gemischt: Viele Fans unterstützten die Athleten und sahen darin einen Beweis für Kreativität und Unabhängigkeit. Andere kritisierten die Entscheidung als „unseriös“. Dennoch: Laugher und seine Teamkollegen bewiesen, dass man ein Gleichgewicht zwischen Finanzen und professionellem Ruf finden kann.

Ein größerer Trend

Die Geschichte der britischen Springer ist Teil eines globalen Phänomens. Immer mehr Sportler suchen nach alternativen Einkommensquellen. Die US-Tennisspielerin Sachia Vickery etwa nutzte OnlyFans nach einer Verletzung und verdiente sechsstellige Summen – mehr als mit ihren Turnierstarts. Auch Leichtathleten, MMA-Kämpfer oder Basketballspieler auf niedrigerem Niveau nutzen Plattformen wie Patreon oder Twitch, um mit Fans direkt in Kontakt zu treten.

Digitale Abo-Modelle werden so zu einem festen Bestandteil der Sportwirtschaft. Sie ermöglichen es Athleten, ihre Marke selbst zu kontrollieren, stabile Einnahmen zu erzielen und ihre Karriere unabhängig vom Staat oder Sponsoren fortzuführen. Für Jack Laugher und Team GB war es nicht nur eine Rettung, sondern auch ein Vorbild für andere Disziplinen.

10 Fakten über Jack Laugher

  1. Geboren am 30. Januar 1995 in Harrogate, England.
  2. Begann schon als Kind mit Wasserspringen, inspiriert von Tom Daley.
  3. 2016 Olympiasieger in Rio im Synchronspringen mit Chris Mears.
  4. 2020 Silbermedaillengewinner in Tokio im 3-m-Brett-Einzel.
  5. Mehrfacher Europameister und Medaillengewinner bei Weltmeisterschaften.
  6. Träger des Ordens des Britischen Empire (MBE).
  7. Staatliche Förderung: ca. £28.000 jährlich.
  8. Startete seinen OnlyFans-Account im Herbst 2021.
  9. Veröffentlicht ausschließlich SFW-Content: Badehosen, Sportkleidung, keine Erotik.
  10. Inspiriert andere Team-GB-Springer wie Williams, Lee, Goodfellow und Dixon.

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