Zum Jahreswechsel 2025/26 stehen im Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) tiefgreifende Veränderungen bevor. Neben einer Preiserhöhung um durchschnittlich 4,75 Prozent wird ein Teil des bisherigen Fahrkartensortiments eingestellt, darunter langjährig etablierte Vergünstigungen. Betroffen sind vor allem selten nachgefragte Tickets, die laut RMV künftig nicht mehr angeboten werden. Darüber berichtet SoFrankfurt unter Berufung auf journal-frankfurt.de.

Der RMV begründet die Preisanhebung mit massiv gestiegenen Kosten in den Bereichen Löhne, Energienutzung und Trassengebühren. Nach Angaben des Verbunds liegen die Energiekosten im Jahr 2025 rund 50 Prozent über dem Niveau von 2020. „Die Einnahmen aus den höheren Preisen werden vollständig zur Finanzierung des ÖPNV-Angebots verwendet“, so der RMV. Gewinne würden im öffentlichen Nahverkehr nicht erzielt.

Für Frankfurt bedeutet die Erhöhung eine Sonderregelung. Kinder und Gelegenheitsfahrerinnen und -fahrer werden auch 2026 weiterhin zu den bisherigen Preisen fahren können. Die Stadt Frankfurt übernimmt die entstehenden Mindereinnahmen, um die Fahrpreise stabil zu halten. Konkret bleiben die Kosten für ein Kinderticket bei 1,55 Euro, für eine Kurzstrecke bei 1 Euro und für eine Tageskarte bei 3 Euro. Auch Erwachsene zahlen für Einzelfahrten (3,80 Euro) und Kurzstrecken (2,35 Euro) zunächst unverändert.

Oberbürgermeister Mike Josef (SPD) betont: „Bus und Bahn müssen bezahlbar bleiben, auch für Familien.“ Stabile Preise seien für Gelegenheitsfahrgäste ein Anreiz, häufiger auf Bus und Bahn umzusteigen. Mobilitätsdezernent Wolfgang Siefert (Grüne) ergänzt: „Faire Preise für alle sind neben einer guten, zuverlässigen Anbindung die Basis dafür, dass der ÖPNV flächendeckend angenommen wird.“ Zugleich sei klar, dass langfristig tragfähige Strukturen zwischen RMV, Land Hessen und Stadt Frankfurt gefunden werden müssten.

Mit der Tarifumstellung streicht der RMV mehrere bekannte Fahrscheine. Dazu gehören die 9-Uhr-Monatskarten, die 9-Uhr-Jahreskarten sowie die 65-Plus-Monatskarten. Auch bei den Jahreskarten gibt es Änderungen: Die „Persönliche Jahreskarte“ sowie die „Zuschlagkarte Jahr“ können nicht mehr einmal jährlich bezahlt werden, sondern nur noch im Abonnement mit zwölf Abbuchungen oder als Einmalkauf.

Zudem entfällt das klassische Job-Ticket, da die Nachfrage zurückgegangen sei. Stattdessen setzen sich das „Deutschland-Ticket Job“ und das „RMV-JobTicket Premium“ durch. Auch Rabatte beim Kauf von mindestens zehn Jahreskarten oder die bislang erhältlichen Fernverkehrs-Ergänzungskarten fallen weg. Nach RMV-Angaben sei die Nachfrage hier „erheblich zurückgegangen“.

Eine weitere Neuerung betrifft die BahnCard-Rabatte. Ab 2026 entfällt die Ermäßigung ab Preisstufe 5 für Einzelfahrten im regionalen Schienenverkehr – nicht nur beim RMV, sondern auch im benachbarten Rhein-Nahe-Nahverkehrsverbund (RNN). Grund ist eine Anpassung der Ausgleichszahlungen durch die DB Fernverkehr AG. Als Alternativen verweist der RMV auf den „RMV-SparPass“ sowie den „RMV-PrepaidRabatt“.

Mehr über Frankfurt, seine Familienorte und das Leben im Rhein-Main-Gebiet lesen Sie auf SoFrankfurt – Ihrer Redaktion für die Stadt, die Sie bewegt. Lesen Sie auch: Fahrplanwechsel bei der Deutschen Bahn bringt weitreichende Änderungen für Hessen

Foto von Adobe Stock/EKH-Pictures

Teilen Sie dies: