Am Montagmorgen, dem 22. September, ist der Bahnverkehr im Norden Deutschlands nahezu vollständig zum Stillstand gekommen. Zwischen Berlin und Hamburg fahren seit den frühen Morgenstunden keine Züge mehr. Ursache ist ein schwerer Schaden an der Oberleitung bei Uelzen, wie Renewz.de unter Berufung auf die Deutsche Bahn (DB) berichtet. Darüber berichtet SoFrankfurt unter Berufung auf Deutsche Bahn DB .

In der Nähe von Uelzen wurde die Oberleitung auf einer Länge von rund 300 Metern massiv beschädigt. Erste Vermutungen der Bahn, wonach ein umgestürzter Baum nach den starken Winden die Leitung zerstört haben könnte, bestätigten sich nicht. Diese Ursache konnte mittlerweile ausgeschlossen werden. Die Reparatur gestaltet sich schwierig, da spezielle Fahrzeuge benötigt werden. Eine konkrete Prognose, wann der Verkehr wieder reibungslos läuft, gibt es bislang nicht.

Für Reisende ergeben sich gravierende Einschränkungen. Alle Direktverbindungen mit ICE und IC zwischen Berlin und Hamburg sind gestrichen. Fahrgäste müssen große Umwege über Hannover in Kauf nehmen, wodurch sich die Reisezeit erheblich verlängert. Auch auf der Strecke Hamburg–Hannover kommt es zu Einschränkungen: Die Zwischenhalte in Celle, Uelzen und Lüneburg entfallen komplett. Zudem sind Verspätungen von bis zu 50 Minuten derzeit die Regel, manche Züge fallen sogar vollständig aus.

Die Bahn weist Passagiere darauf hin, dass sie auch bei Tickets mit Zugbindung flexibel bleiben. Betroffene dürfen andere Züge nutzen oder ihre Fahrt an einem anderen Tag antreten. Zudem empfiehlt die DB dringend, vor Fahrtantritt die Echtzeitinformationen über die DB Navigator App oder auf bahn.de einzusehen. Hier sind die aktuellsten Meldungen zu Ausfällen und Verspätungen verfügbar. Wer unbedingt nach Berlin oder Hamburg reisen muss, sollte prüfen, ob alternative Routen über Leipzig oder Bremen schneller ans Ziel führen. Darüber hinaus gilt: Bei Verspätungen von mehr als 60 Minuten haben Fahrgäste Anspruch auf teilweise Erstattung des Fahrpreises.

Die Störung trifft eine der zentralsten Fernverkehrsachsen des Landes. Die Strecke Berlin–Hamburg gehört zu den am stärksten befahrenen Verbindungen in Deutschland und spielt auch international eine bedeutende Rolle – etwa für die Anbindungen nach Paris oder in die skandinavischen Länder. Der aktuelle Ausfall sorgt daher nicht nur bei Pendlern für massiven Ärger, sondern betrifft ebenso Geschäftsreisende und Touristen, die auf eine verlässliche Verbindung angewiesen sind.

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Foto von IMAGO/Markus Mainka

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