Der Frankfurter Stadtteil Seckbach verliert eine prägende Persönlichkeit: Werner Skrypalle, langjähriger SPD-Politiker und Ortsvorsteher des Ortsbeirats 11 (Fechenheim, Riederwald, Seckbach), ist im Alter von 77 Jahren gestorben. Wie erst jetzt bekannt wurde, verstarb er bereits am 18. September. Seine Familie teilte mit, dass die Seebestattung im engsten Kreis stattfinden wird. Darüber berichtet SoFrankfurt unter Berufung auf fnp.de.

Stadtverordnetenvorsteherin Hilime Arslaner (Grüne) und Oberbürgermeister Mike Josef (SPD) lobten Skrypalle als engagierten Kommunalpolitiker, der über Jahrzehnte das Gesicht des Ortsbezirks mitgeprägt habe. „Die Stadt Frankfurt wird Herrn Werner Skrypalle ein dankbares und ehrendes Andenken bewahren“, heißt es in ihrer gemeinsamen Erklärung.

Skrypalle gehörte seit 2001 ununterbrochen dem Ortsbeirat an und führte das Gremium von 2011 bis zu seinem Tod. In diesen mehr als zehn Jahren prägte er die lokalpolitische Arbeit durch Sachlichkeit und Respekt. Die jahrelangen Diskussionen über die Sanierung der Wilhelmshöher Straße oder die Gestaltung des Atzelbergplatzes zeigen, wie tief er in den Themen seines Stadtteils verwurzelt war. Viele kleine, aber wichtige Anliegen nahm er selbst in die Hand – etwa wenn er wegen defekter Gullideckel oder Schlaglöcher direkt bei den zuständigen Ämtern anrief, ohne lange Verwaltungswege zu gehen.

Sein Führungsstil war geprägt von Ruhe, Bescheidenheit und einem ausgeprägten Sinn für Gemeinschaft. Skrypalle sah sich nie als Chef des Ortsbeirats, sondern als Moderator, der allen Beteiligten Gehör verschaffte. Unter seiner Leitung herrschte ein respektvoller Umgangston – eine Seltenheit in der oft emotional aufgeladenen Kommunalpolitik.

Werner Skrypalle wurde am 28. Juni 1948 in Bayreuth geboren und zog im Kindesalter nach Seckbach, wo er zeitlebens blieb. Nach seiner Ausbildung zum Feinwerkmechaniker studierte er an der FH Frankfurt Maschinenbau und schloss als Diplom-Ingenieur ab. Beruflich war er für einen Reifenhersteller tätig. Während seines Studiums trat er in die SPD ein und blieb ihr bis zuletzt treu.

Die Familie kündigte an, dass die Seebestattung in aller Stille stattfinden werde – ein Abschied, der dem bescheidenen Wesen von Werner Skrypalle entspricht. Viele Bewohnerinnen und Bewohner Seckbachs dürften ihn nicht nur als Politiker, sondern als nachbarschaftsnahen Menschen in Erinnerung behalten, der sein Lebenswerk dem Wohl der Gemeinschaft gewidmet hat.

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Foto von Christoph Boeckheler

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