Am Freitag vergangener Woche führte ein unerwarteter Wasserrohrbruch am vielbefahrenen Gustav-Stresemann-Ring in Wiesbaden zu erheblichen Verkehrsbehinderungen. Während zunächst eine Reparaturdauer von etwa zwei Monaten prognostiziert wurde, ist die Stadt nun optimistisch, die Arbeiten viel schneller abzuschließen. Nach Angaben von ESWE-Versorgung, der für das Wassernetz zuständigen Gesellschaft, wird alles daran gesetzt, zumindest bis zum 1. September wieder einen Fahrstreifen für den Verkehr freizugeben. Darüber berichtet SoFrankfurt unter Berufung auf hessenschau.ch.
Der Rohrbruch trat auf der dreispurigen Straße, die in Richtung Innenstadt führt, in der Nähe des Hauptbahnhofs auf und verursachte sofortige Sperrungen aller Fahrspuren stadtauswärts. Innerhalb von nur 30 Minuten strömten zwischen 650 und 1.000 Kubikmeter Wasser aus. Der hohe Druck führte dazu, dass sich der Teer aufspaltete und Pflastersteine an einer nahegelegenen Bushaltestelle aufbrachen. Diese schnelle Wasserfreisetzung verursachte massive Schäden an der Straße und den umliegenden Bereichen, darunter auch ein stark beschädigter Gehweg.
Die ursprüngliche Einschätzung von ESWE-Versorgung, dass die Reparatur rund zwei Monate dauern würde, hat sich inzwischen als zu pessimistisch herausgestellt. Der defekte Abschnitt des alten Grauguss-Rohrs, das im Jahr 1954 verlegt wurde, konnte bereits ausgetauscht werden. Der Riss im Rohr hatte eine Länge von sechs Metern und führte zu starken Unterspülungen der Straße. Laut ESWE-Versorgung mussten auf einer Fläche von 750 Quadratmetern der Asphalt sowie Teile des darunter liegenden Erdreichs entfernt werden.
Die Wasserleitung, die unter anderem auch die Innenstadt von Wiesbaden mit Trinkwasser versorgt, wurde zudem auf einem 300 Meter langen Abschnitt erneuert. Dies ist besonders wichtig, um sicherzustellen, dass die Wasserversorgung der Stadt während der Reparaturarbeiten nicht beeinträchtigt wird. Der genaue Zeitplan für diese Arbeiten wird derzeit ausgearbeitet.
Besonders herausfordernd war auch der Umgang mit einem Baum, der durch die Unterspülungen in Gefahr geriet, in die Baugrube zu stürzen. Ein 16 Meter hoher Baum musste aufgrund dieser Gefahr gefällt werden, um die Sicherheit der Arbeiter, der Versorgungsleitungen und des Verkehrs zu gewährleisten. Der Baum stand direkt an der Baustelle und war durch die feuchte Erde instabil geworden.
Das Leck in der Leitung war ein Problem, das bereits lange bekannt war. Felix Heyer von ESWE-Versorgung erklärte, dass die Leitung aus den 1950er Jahren bereits auf der Liste der dringenden Erneuerungen stand. „Wir hatten in diesem Jahr bereits geplant, die Leitung zu erneuern, aber aufgrund der vielen anderen Baustellen und Prioritäten kam es leider noch nicht dazu“, sagte Heyer.
Trotz der bereits begonnenen Arbeiten wird es noch einige Wochen dauern, bis die vollständige Reparatur abgeschlossen ist. Bis dahin bleibt der Verkehr in der Gegend weiterhin eingeschränkt.
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Foto von Andrea Bonhagen (hr)








