Weil das Gelände unter der Kaiserlei-Brücke in Offenbach von der Autobahn GmbH als unsicher eingestuft wurde, sind die Planungen für den geplanten Sport- und Kulturpark VAIRPLAY ins Stocken geraten. Noch vor wenigen Monaten wurde das Projekt mit einem Preis ausgezeichnet, nun droht es, vorerst zu scheitern. Skaterflächen, Bühnen und Orte für urbane Kunst bleiben damit eine Vision. Darüber berichtet SoFrankfurt unter Berufung auf op-online.de.

Die Entscheidung der Bundesgesellschaft gilt mindestens bis Ende 2026, da erst dann die laufenden Bauwerksprüfungen abgeschlossen werden. Der Vorsitzende von Vair e.V., Zijad Dolicanin, erklärte: „Das nüchterne Ergebnis ist, dass wir aktuell weder Flächen gestalten noch mobile Elemente aufstellen können. Für die Menschen ist das natürlich eine große Enttäuschung, da wir am Kaiserlei enormes Potenzial sehen. Dieser Ort ist ein Rohdiamant.“

Dolicanin betonte zudem, dass die Zusage der Autobahn GmbH das entscheidende Puzzleteil gewesen sei. Bis zuletzt habe es jedoch keine Rückmeldung aus Berlin gegeben. Erst Ende August kam es zu einem Treffen direkt unter der Brücke mit Vertretern der Bundesgesellschaft. Organisiert wurde diese Zusammenkunft durch den CDU-Bundestagsabgeordneten Björn Simon, verkehrspolitischer Sprecher der Unionsfraktion, sowie Frank Achenbach von der Industrie- und Handelskammer Offenbach.

Nach Darstellung von Dolicanin habe die Autobahn GmbH dort unmissverständlich erklärt, dass je nach Prüfungsergebnis umfangreiche Sanierungen an der Brücke nötig sein könnten. „Entsprechend hat sich auch die Machbarkeitsstudie erübrigt. Wir müssen die Ergebnisse der Bauwerksprüfung abwarten“, so der Gründer von Vair e.V. Damit verschiebt sich die Detailplanung auf frühestens 2027 – das Jahr, das ursprünglich für die Eröffnung vorgesehen war.

Noch im vergangenen Dezember hatte das Land Hessen das Projekt mit dem Zukunftspreis des Großen Frankfurter Bogen und 25.000 Euro ausgezeichnet. Die Jury hob die Bedeutung der Idee hervor, da sie beispielhaft zeige, wie aus ungenutzten Brachflächen attraktive Orte für Sport und Kultur entstehen können. Auch die Hochschule für Gestaltung Offenbach war involviert: Studierende erarbeiteten unter Leitung von Professor Kai Vöckler mehrere Entwürfe, von denen vier bei einem Hochschulrundgang präsentiert wurden. Designer Maziar Rastegar sprach damals von einem „perfekten Raum, der Jugendliche magisch anziehen werde“.

Trotz der aktuellen Blockade bleibt der Verein Vair e.V. bei seiner Vision. „Unser Ziel bleibt klar“, heißt es in einer Mitteilung. Der graue Beton soll in einen Ort der Begegnung und Bewegung verwandelt werden, wenn auch später als gehofft. Dolicanin sieht in dem Treffen mit der Autobahngesellschaft sogar Positives: „Sie haben unserer Arbeit großen Respekt gezollt.“ Ab 2027 soll Vair e.V. offizieller Partner bei den weiteren Planungen rund um die Kaiserlei-Brücke werden.

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Foto von Eser, Körbler/Kottwitz

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