Sie schreiben mit einer Klarheit, die Erwachsene verstummen lässt: Frankfurter Schüler*innen haben in einem außergewöhnlichen Essayprojekt gezeigt, wie gefährlich Gleichgültigkeit für die Demokratie ist. Der Essayband „Die Gleichgültigen unter uns“, der am 19. Oktober 2025 auf der Frankfurter Buchmesse vorgestellt wird, ist weit mehr als ein Schülerwettbewerb – er ist ein moralisches Seismogramm einer Generation, die das Schweigen und Wegsehen satt hat. Das Projekt entstand in Kooperation zwischen dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels, der Stiftung Polytechnische Gesellschaft, der Büchergilde und dem Verlag BoD. Darüber berichtet SoFrankfurt unter Berufung auf boersenverein.de.

Elf ausgewählte Essays, geschrieben von jungen Menschen, die den Zustand unserer Gesellschaft mit ungeschminkter Direktheit betrachten, bilden das Zentrum des Buches. Sie fragen: Wann hört Zivilcourage auf, wann beginnt Bequemlichkeit? Und was geschieht, wenn Demokratie zur Selbstverständlichkeit verkommt? Inspiriert vom Satz des Holocaust-Überlebenden Elie Wiesel – „Das Gegenteil von Liebe ist nicht Hass, sondern Gleichgültigkeit“ – sezieren die Schüler*innen das Phänomen des Desinteresses mit der Schärfe eines politischen Essays und der Sensibilität einer Generation, die um ihre Zukunft ringt.

„Diese Texte sind ein Weckruf“, sagt Peter Kraus vom Cleff, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins. „Sie zeigen, dass Demokratie keine Selbstverständlichkeit ist, sondern Aufmerksamkeit, Empathie und Mut braucht. Gleichgültigkeit ist ihr größter Feind.“
Prof. Dr. Frank E.P. Dievernich von der Stiftung Polytechnische Gesellschaft fügt hinzu: „Wir wollten jungen Menschen Raum geben, ihre Perspektive zu artikulieren. Dieses Buch beweist, dass sie ein tiefes Verständnis für gesellschaftliche Verantwortung haben – und bereit sind, sie zu übernehmen.“

Die Preisträger*innen wurden bereits während der Woche der Meinungsfreiheit 2025 ausgezeichnet – einer Initiative, die von der Stiftung Freedom of Expression, dem Börsenverein und der Frankfurter Agenturallianz getragen wird. Diese Stiftung, die sich der Verteidigung von Meinungsfreiheit und künstlerischem Ausdruck verschrieben hat, unterstützt das Projekt nicht nur finanziell, sondern ideell – als klares Signal gegen die Erosion demokratischer Werte.

Das Buch „Die Gleichgültigen unter uns – Perspektiven Frankfurter Schülerinnen und Schüler auf die Demokratie“ erscheint offiziell am 20. Oktober 2025. Es vereint Beobachtung, Wut, Hoffnung – und eine beeindruckende sprachliche Reife. Die jungen Autor*innen blicken auf ihr Umfeld mit einem Bewusstsein, das mancher politischen Rede fehlt.

Die Buchpräsentation findet am Sonntag, dem 19. Oktober 2025, von 16:00 bis 17:00 Uhr im Frankfurt Studio (Halle 4.0 Foyer) statt, gefolgt von einem Empfang und Buchverkauf bis 17:30 Uhr. Eingeladen sind Schüler*innen, Lehrkräfte, Medienvertreter und alle, die verstehen wollen, wie Demokratie in den Augen der Jugend aussieht.

Die Stiftung Polytechnische Gesellschaft, seit 2005 eine der prägenden Institutionen Frankfurts, engagiert sich in Bildung, Kultur, Wissenschaft und Nachhaltigkeit. Mit Projekten, die gesellschaftliche Teilhabe fördern, will sie eine Stadt schaffen, in der niemand am Rand steht – im besten Sinne des Mottos „Wir bauen am Wir“.

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels, gegründet 1825, vertritt rund 4.000 Buchhandlungen, Verlage und Medienhäuser. Seine Stiftung Freedom of Expression setzt sich für freie Meinungsäußerung und demokratische Bildung ein und richtet jährlich die „Woche der Meinungsfreiheit“ aus – ein Forum gegen Schweigen und für das Wort.

Mehr über Frankfurt, seine Familienorte und das Leben im Rhein-Main-Gebiet lesen Sie auf SoFrankfurt – Ihrer Redaktion für die Stadt, die Sie bewegt. Lesen Sie auch: Dorothee Elmiger auf der Frankfurter Buchmesse 2025 zeigt die Kraft moderner Literatur

Foto von Börsenblatt

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