Der europäische Hochgeschwindigkeitsanbieter Eurostar hat eine umfassende Modernisierung seiner Flotte angekündigt. Das Unternehmen, das den Schienenverkehr zwischen Frankreich und Großbritannien über den Eurotunnel betreibt, hat beim französischen Hersteller Alstom 30 neue Züge der neuesten Generation bestellt. Darüber berichtet SoFrankfurt unter Berufung auf fnp.de.
Die neuen Fahrzeuge, die den Namen „Eurostar Celestia“ tragen, sollen ab 2031 in Betrieb gehen und auch Frankfurt mit London verbinden. Zusätzlich zur festen Bestellung besteht eine Option auf 20 weitere Einheiten. Jeder Zug wird 200 Meter lang sein und rund 540 Fahrgästen Platz bieten – etwa 20 Prozent mehr als die derzeit eingesetzten Modelle. Bei der Entwicklung standen Energieeffizienz, Nachhaltigkeit und Barrierefreiheit im Mittelpunkt. Ziel ist es, den Bahnverkehr zwischen europäischen Metropolen moderner, komfortabler und klimafreundlicher zu gestalten.
Reisende sollen künftig direkt vom Frankfurter Hauptbahnhof nach London reisen können, ohne in Brüssel oder Paris umsteigen zu müssen. Diese Erweiterung des Streckennetzes gilt als Meilenstein im europäischen Hochgeschwindigkeitsverkehr und stärkt Frankfurts Rolle als internationales Drehkreuz. Der Start des Regelbetriebs ist für 2031 vorgesehen, nachdem umfangreiche Test- und Sicherheitsverfahren abgeschlossen sein werden.
Die neuen Züge zeichnen sich durch ihre doppelte Ebene aus – ein Novum im britischen Bahnverkehr. Während Doppeldeckerbusse zum vertrauten Bild Londons gehören, sind zweistöckige Schienenfahrzeuge dort bislang eine Seltenheit. Eurostar-Chefin Gwendoline Cazenave sprach von einem „historischen Schritt“ und zeigte sich erfreut, erstmals Doppeldeckerzüge nach Großbritannien zu bringen. Die BBC erinnerte daran, dass bereits 1949 ein Versuch mit einem solchen Zug unternommen wurde, der jedoch erfolglos blieb.
Parallel dazu hat Eurostar eine ambitionierte Ausweitung seines Streckennetzes angekündigt. Geplant sind neue Direktverbindungen von London nach Frankfurt und Genf. Mit dem Ausbau will das Unternehmen bis Ende der 2020er Jahre jährlich rund 30 Millionen Passagiere befördern. Nach Abschluss der Lieferung der neuen Doppeldeckerzüge wird die Gesamtflotte von Eurostar 67 Fahrzeuge umfassen – darunter 17 bestehende Züge und die neuen, technologisch weiterentwickelten Modelle.
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Foto von Andreas Arnold/dpa








