Deutsche Bahn (DB InfraGO) startet im März 2026 ein großangelegtes Infrastrukturprojekt im Frankfurter Stadtteil Sachsenhausen, bei dem die veraltete Eisenbahnbrücke über die Mörfelder Landstraße durch einen modernen Ersatzneubau ersetzt wird. Das Gemeinschaftsprojekt mit der Stadt Frankfurt zielt darauf ab, den bisherigen verkehrlichen Engpass zwischen der Breslauer Straße und der Oppenheimer Landstraße dauerhaft zu beseitigen. Die bisherige Konstruktion bot mit einer Breite von nur etwa 16 Metern kaum ausreichend Raum für den motorisierten Individualverkehr, den ÖPNV sowie Radfahrer und Fußgänger. Durch den Bau einer neuen Stabbogenbrücke mit einer Spannweite von über sechzig Metern wird der Straßenraum massiv erweitert, um getrennte Geh- und Radwege auf beiden Seiten sowie flüssigere Fahrspuren für Busse, Bahnen und Pkw zu ermöglichen, berichtet die Redaktion von SoFrankfurt unter Berufung auf frankfurt.

Bauphasen und langfristige Verkehrsplanung bis 2029

Die umfassenden Arbeiten am Brückenbauwerk machen eine Vollsperrung der Mörfelder Landstraße für den Durchgangsverkehr ab Montag, dem 2. März 2026, erforderlich. Das Gesamtvorhaben ist in zwei markante Phasen unterteilt, die sich voraussichtlich bis in das Jahr 2029 erstrecken werden. In der ersten Phase, die bis Ende 2027 projektiert ist, konzentriert sich die DB InfraGO auf die Errichtung der neuen Brückenstruktur. Im Anschluss übernimmt ab 2028 das Amt für Straßenbau und Erschließung (ASE) die Federführung für die zweite Phase. Diese beinhaltet die Neugestaltung der Verkehrswege unter der Brücke, einschließlich der Straßenbahntrassen sowie der neuen Rad- und Fußwege.

Um die Belastung für die Bürger so gering wie möglich zu halten, werden Synergien mit anderen Großbaustellen genutzt. So erfolgt parallel zum Start der Brückenarbeiten der Einschub einer neuen Eisenbahnüberführung für die Regionaltangente West (RTW) an der Isenburger Schneise. Diese pragmatische Bündelung führt dazu, dass im Zeitraum vom 2. bis zum 13. März 2026 beide Hauptverkehrsadern gleichzeitig gesperrt werden, um die notwendigen Arbeiten an der Schienenstrecke kompakt abzuschließen.

Umfassende Umleitungen und Anpassungen im ÖPNV

Für den Zeitraum der Sperrung wurden weitreichende Umfahrungsempfehlungen erarbeitet. Der Verkehr in Richtung Westen wird über den Wasserweg, das Deutschherrnufer und die Kennedyallee geleitet, während die Gegenrichtung nach Osten über die Stresemannallee und den Schaumainkai ausweichen muss. Radfahrer und Fußgänger erhalten eine separate Führung über die Tiroler Straße und den Tiroler Park. Auch die Autobahn GmbH des Bundes meldet für das Wochenende vom 7. bis 9. März eine kurzzeitige Vollsperrung der A3 am Offenbacher Kreuz, was die Verkehrslage zusätzlich fordert.

Auch der öffentliche Nahverkehr erfährt durch traffiQ und die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) signifikante Änderungen. Da die Straßenbahnlinie 18 ab dem 16. März dauerhaft umgeleitet wird und an der neuen Endstation Breslauer Straße hält, müssen im Vorfeld neue Weichen und Oberleitungen installiert werden. Dies führt zwischen dem 2. und 15. März zu einem Schienenersatzverkehr mit Bussen zwischen dem Südbahnhof und der Stresemannallee.

Betroffene LinienArt der ÄnderungZeitraum
Straßenbahn 18Umleitung via Schweizer Str. / Endstation Breslauer Str.Ab 16. März 2026
Bus 61, X61, X77, 80Umleitung zwischen Oppenheimer Landstraße und StresemannalleeAb 16. März 2026
Bus 35Verlängerung bis zur Haltestelle Breslauer StraßeAb 16. März 2026
RB58, RB59Zugausfälle/Anpassungen wegen Streckensperrung4. April – 15. Mai 2026

Sicherheitsvorkehrungen und Informationsangebote

Trotz der massiven Einschränkungen bleibt die Erreichbarkeit von Sachsenhausen für Rettungskräfte und die Feuerwehr durch eine enge Abstimmung mit der Branddirektion gewährleistet. Für Anwohner und Pendler bietet die DB InfraGO detaillierte Informationen über ihr BauInfoPortal sowie eine direkte Kontaktmöglichkeit per E-Mail an. Da sich die Verkehrsführung im Jahr 2027 aufgrund von Kanalbauarbeiten in der Holbeinstraße erneut ändern wird, raten die Behörden allen Verkehrsteilnehmern zur regelmäßigen Nutzung von Navigationssystemen und aktuellen Verkehrsinformationsdiensten wie mainziel.de.

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