Der ehemalige Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann kehrt überraschend auf die politische Bühne der Mainmetropole zurück. Am vergangenen Montag stellte der einstige SPD-Politiker im Rahmen einer Pressekonferenz die neue Wählergruppe „Frankfurt – Sozial!“ vor, für die er als Spitzenkandidat bei den kommenden Kommunalwahlen antreten wird. Das Bündnis, das insgesamt 31 Kandidatinnen und Kandidaten umfasst, versteht sich laut eigenen Angaben als Zusammenschluss von Bürgern verschiedener politischer und religiöser Hintergründe, die sich von den etablierten Parteien im Stadtparlament nicht mehr angemessen vertreten fühlen. Unterstützt wird Feldmann dabei unter anderem von Iris Schaffrina (DKP) und der Lehrkraft Aygül Klein, berichtet die Redaktion So Frankfurt mit Verweis auf journal-frankfurt.
Im Zentrum des Wahlprogramms von „Frankfurt – Sozial!“ steht die Bewältigung der Wohnraumkrise. Feldmann bezeichnete den Mangel an bezahlbaren Wohnungen als das drängendste Problem der Stadt und fordert einen umfassenden Mietpreisstopp sowie eine strikte Bevorzugung des sozialen Wohnungsbaus. Darüber hinaus setzt sich die Gruppe für eine klimafreundliche und erschwingliche Mobilität ein, was Forderungen nach einem 1-Euro-Ticket für Bus und Bahn sowie den Ausbau eines zweiten Straßenbahnrings einschließt. Auch außenpolitische Akzente werden gesetzt: So plädiert die Liste für neue Städtepartnerschaften mit Russland und Palästina, um eine friedliche Zusammenarbeit zu fördern – analog zu den bestehenden Verbindungen mit Tel Aviv und Lemberg.
Um offiziell zur Wahl zugelassen zu werden, muss die Wählergruppe bis zum 5. Januar die erforderlichen Wahlvorschläge sowie 186 Unterstützerunterschriften einreichen. Feldmanns Rückkehr erfolgt vor dem Hintergrund einer turbulenten jüngeren Vergangenheit: Nach seiner Verwicklung in den AWO-Korruptionsskandal und einer Reihe öffentlicher Fehltritte wurde er im November 2022 per Bürgerentscheid abgewählt. Im Dezember desselben Jahres folgte eine Verurteilung wegen Vorteilsannahme, wodurch der Ex-Oberbürgermeister als vorbestraft gilt. Mit der neuen Liste versucht Feldmann nun, jenseits parteipolitischer Bindungen wieder Einfluss auf die Frankfurter Stadtpolitik zu nehmen.
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