Im Dezember 2025 ist im Frankfurter Stadtteil Niederrad die sogenannte Tiny Church eröffnet worden. Der nur 17 Quadratmeter große Kirchenraum aus Holz versteht sich als experimentelles, ökumenisches Projekt und erprobt neue Formen kirchlicher Präsenz im urbanen Raum. Die Initiative richtet sich gezielt an ein Viertel im Wandel, das sich zunehmend von einer reinen Bürostadt zu einem dicht bewohnten Wohn- und Arbeitsgebiet entwickelt. Darüber berichtet die Redaktion So Frankfurt unter Berufung auf den Evangelischen Pressedienst (epd).

Die Tiny Church misst lediglich 17 Quadratmeter, wiegt rund 3.200 Kilogramm und wurde von der Tiny Home Factoryaus Freiburg innerhalb von etwa 600 Arbeitsstunden gefertigt. Das Gebäude wurde komplett montiert nach Frankfurt geliefert. Träger des Projekts sind die katholische Stadtkirche Frankfurt sowie die Evangelische Kirche in Frankfurt und Offenbach. Die offizielle Einweihung ist für das Frühjahr vorgesehen.

Der Standort ist bewusst gewählt: Die Mini-Kirche steht auf einem angemieteten Parkplatz in der Saonestraße, direkt gegenüber der Arbeitsagentur in Frankfurt-Niederrad. Kirche soll hier nicht abgeschirmt oder repräsentativ wirken, sondern sichtbar, zugänglich und alltäglich sein. Die laufenden Kosten tragen die evangelische Paul-Gerhardt-Gemeinde und die katholische St.-Jakobus-Gemeinde gemeinsam.

Projektleiter George Kurumthottikal beschreibt die Grundidee klar: Die Kirche geht zu den Menschen – nicht umgekehrt. Deshalb bleibt das Gebäude symbolisch auf seinem Anhänger stehen. Es ist mobil konzipiert, wird aber bewusst nicht ständig bewegt. Die Tiny Church soll kein Ort der Verfestigung sein, sondern ein Zeichen für Offenheit und zeitlich begrenzte Präsenz im öffentlichen Raum.

Wichtig ist auch, was die Tiny Church nicht ist. Sie gilt nicht als klassischer Sakralbau und ist kein geweihter Kirchenraum. Statt Gottesdiensten im traditionellen Sinne sind niedrigschwellige Formate geplant: kurze Andachten, Lesungen, Gespräche, kulturelle Veranstaltungen und offene Begegnungsangebote. Besonders in den Sommermonaten soll der Außenraum aktiv genutzt werden.

Der Innenraum bietet Platz für etwa zwölf Personen. Ergänzt wird er durch eine rund 2,5 Quadratmeter große Terrasse, die bewusst als Übergang zwischen Kirche und öffentlichem Raum gestaltet ist. Menschen sollen hier verweilen können, ohne Erwartungen, Verpflichtungen oder formelle Hürden.

Die Baukosten beliefen sich auf rund 122.000 Euro. Ursprünglich war das Projekt mit etwa 90.000 Euro kalkuliert worden. Die Verantwortlichen betonen jedoch, dass es nicht um Größe oder Dauerhaftigkeit gehe, sondern um ein experimentelles Modell für Kirche in einer sich verändernden Stadt.

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