In der Nacht vom 25. auf den 26. Oktober 2025 wird in Deutschland wieder die Uhr umgestellt. Um genau 3:00 Uhr morgens rücken die Zeiger eine Stunde zurück auf 2:00 Uhr – damit endet die Sommerzeit und beginnt die sogenannte Normalzeit, besser bekannt als Winterzeit. Diese Regelung gilt bis Ende März 2026. Viele Menschen fragen sich jedes Jahr aufs Neue, warum diese Zeitumstellung noch existiert und welche Auswirkungen sie auf Gesundheit, Schlaf und Alltag hat. Darüber berichtet SoFrankfurt unter Berufung auf rp-online.de.
Die Zeitumstellung wurde in Deutschland erstmals im Jahr 1916 während des Ersten Weltkriegs eingeführt. Ziel war es, Energie zu sparen, indem man das Tageslicht besser ausnutzt. Nach dem Krieg wurde sie wieder abgeschafft, dann im Zweiten Weltkrieg erneut eingeführt und 1947 sogar kurzzeitig zur sogenannten doppelten Sommerzeit erweitert – die Menschen mussten ihre Uhren um zwei Stunden vorstellen. Diese Maßnahme erwies sich jedoch als unpraktisch und wurde bald aufgehoben. Seit 1980 gilt die Zeitumstellung in ihrer heutigen Form, bei der im März die Uhren eine Stunde vorgestellt und im Oktober wieder zurückgestellt werden.
Die gesundheitlichen Auswirkungen dieser Umstellung sind bis heute Gegenstand wissenschaftlicher Diskussionen. Viele Menschen berichten nach der Zeitumstellung über Müdigkeit, Schlafprobleme oder Kopfschmerzen. Der Körper braucht oft mehrere Tage, um sich an den neuen Rhythmus zu gewöhnen. Experten vergleichen diesen Zustand mit einem Mini-Jetlag. Besonders empfindlich reagieren Kinder, ältere Menschen und Schichtarbeiter. Allerdings sind sich Forscher uneinig, ob die gesundheitlichen Folgen tatsächlich gravierend sind. Manche Studien weisen darauf hin, dass sich der Körper relativ schnell anpasst und langfristig keine gesundheitlichen Schäden entstehen.
Die Frage, ob die Zeitumstellung überhaupt noch zeitgemäß ist, beschäftigt Politik und Gesellschaft seit Jahren. Ursprünglich sollte sie dazu beitragen, Strom zu sparen, weil in den helleren Sommermonaten weniger künstliches Licht benötigt wurde. Heute hat dieser Effekt kaum noch Bedeutung: Moderne Studien zeigen, dass der Energieverbrauch durch die Umstellung kaum sinkt, da zwar abends weniger Licht verbraucht wird, aber morgens häufiger geheizt werden muss. Damit entfällt das einst wichtigste Argument für die Maßnahme.
2018 befragte die EU-Kommission rund 4,6 Millionen Bürgerinnen und Bürger zur Zeitumstellung – 84 Prozent sprachen sich für deren Abschaffung aus, in Deutschland war die Zustimmung besonders hoch. Der damalige EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker versprach, die Umstellung zu beenden. Doch bis heute konnte sich die Europäische Union nicht darauf einigen, ob künftig dauerhaft Sommer- oder Winterzeit gelten soll. Solange diese Entscheidung nicht getroffen wird, bleibt die halbjährliche Umstellung bestehen.
Die Physikalisch-Technische Bundesanstalt in Braunschweig ist in Deutschland für die präzise Umsetzung verantwortlich. Der Prozess läuft automatisiert, wird aber in der Nacht überwacht, um Fehler auszuschließen. Sollte es technische Störungen geben, stehen Experten bereit, um sofort einzugreifen. Dadurch wird gewährleistet, dass alle Systeme – von Bahnhöfen über Mobilfunknetze bis hin zu Geldautomaten – die neue Zeit korrekt anzeigen.
Um sich die Umstellung leicht zu merken, gibt es einfache Eselsbrücken: Im Sommer wird die Uhr vorgestellt, weil die Tage länger und heller werden – man „springt nach vorne“. Im Herbst dagegen wird sie zurückgestellt, weil es früher dunkel wird – man „fällt zurück“. Auf Englisch heißt das passend „Spring forward, fall back“.
Die nächste Zeitumstellung steht bereits fest: Am Sonntag, den 29. März 2026, werden die Uhren wieder auf Sommerzeit vorgestellt. Dann gilt bis zum 25. Oktober 2026 erneut die Regel „eine Stunde weniger Schlaf, aber mehr Tageslicht am Abend“. Bis dahin wird die Diskussion über Sinn und Unsinn der Zeitumstellung in Deutschland weitergehen – zwischen Tradition, gesundheitlichen Aspekten und der Frage, ob Europa sich jemals auf eine einheitliche Lösung einigen wird.
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