FRANKFURT AM MAIN. Ja – für Millionen Nutzerinnen und Nutzer in Deutschland bleibt Windows 10 auch nach dem offiziellen Supportende am 14. Oktober 2025 noch ein Jahr lang sicher. Microsoft hat bestätigt, dass alle Privatkunden im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR), also auch in Deutschland, bis zum 14. Oktober 2026 kostenlose Extended Security Updates (ESU) erhalten. Wie die Redaktion von berichtet SoFrankfurt, handelt es sich dabei ausschließlich um Sicherheitsupdates, die kritische Lücken schließen – neue Funktionen oder technische Unterstützung sind nicht mehr vorgesehen.

Die Regelung gilt für alle Mitgliedstaaten der Europäischen Union sowie Island, Norwegen und Liechtenstein. Damit reagiert Microsoft auf den Druck der Verbraucherorganisation Euroconsumers, die den US-Konzern aufgefordert hatte, den Zugang zu Sicherheitsupdates für Privatnutzer nicht von einer Bezahlung abhängig zu machen. Während in den USA und anderen Märkten ein Preis von rund 30 US-Dollar pro Jahr erhoben wird, bleibt der Service in Europa kostenfrei.

Voraussetzungen für kostenlose Updates

Die einzige Bedingung: Das Windows-10-System muss mit einem Microsoft-Konto (MSA) verknüpft sein. Ohne diese Verbindung können die Updates nicht automatisch bereitgestellt werden. Laut Microsoft können Nutzer mit einem einzigen Konto bis zu zehn Geräte für ESU registrieren. Eine frühere Pflicht, die Cloud-Synchronisation über OneDrive zu aktivieren, wurde im EWR gestrichen – ein weiterer Erfolg für die europäischen Datenschutzstandards.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) begrüßte die Entscheidung und sprach von einem „wichtigen Signal für Cybersicherheit und Verbraucherschutz“. Die zusätzliche Laufzeit gebe den Menschen in Deutschland die nötige Zeit, um ihre Systeme schrittweise auf Windows 11 umzustellen, ohne Sicherheitsrisiken eingehen zu müssen.

Welche Updates umfasst ESU

Das ESU-Programm liefert ausschließlich:

  • kritische Sicherheitsupdates und wichtige Patches gegen Schwachstellen
  • keine neuen Funktionen oder Designänderungen
  • keine garantierte Kompatibilität mit neuen Programmen oder Treibern
  • keinen klassischen Support über Microsoft-Hotlines

Diese Maßnahme soll verhindern, dass Geräte mit Windows 10 nach dem offiziellen Supportende völlig ungeschützt bleiben. Das Unternehmen betont jedoch, dass Nutzer sich aktiv um eine Migration auf Windows 11 oder andere unterstützte Systeme bemühen sollten.

Warum nur Europa profitiert

Die Entscheidung, die Updates im EWR kostenlos anzubieten, ist Ergebnis intensiver Diskussionen zwischen Microsoft und europäischen Behörden im Rahmen des Digital Markets Act (DMA). Das EU-Gesetz verpflichtet große Technologiekonzerne, faire Zugänge zu digitalen Diensten sicherzustellen. Laut Euroconsumers habe Microsoft durch die Regelung erstmals gezeigt, dass es bereit sei, seine Preispolitik regional an die EU-Verbraucherschutzvorgaben anzupassen.

Was bedeutet das für deutsche Nutzer

Für Deutschland ist die Entscheidung besonders relevant: Rund 50 Prozent aller PCs im Land laufen weiterhin mit Windows 10. Viele ältere Geräte erfüllen die Hardwareanforderungen von Windows 11 nicht (z. B. TPM 2.0 oder bestimmte Prozessoren). Dank der kostenlosen ESU können diese Systeme noch bis Herbst 2026 sicher betriebenwerden – ein wichtiger Zeitraum für Privatanwender, Schulen und kleinere Unternehmen, die keine Sofortmigration planen.

Mit der Entscheidung, Windows-10-Sicherheitsupdates in Deutschland und im EWR kostenlos zu verlängern, setzt Microsoft ein starkes Zeichen. Sie zeigt nicht nur den Einfluss europäischer Verbraucherorganisationen, sondern auch den wachsenden Druck, den die EU auf globale Digitalkonzerne ausübt. Für deutsche Nutzer bedeutet das: Ein Jahr mehr Sicherheit – ganz ohne zusätzliche Kosten.

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