Das seit mehr als eineinhalb Jahren geschlossene ehemalige Karstadt-Parkhaus in der Frankfurter Innenstadt soll Anfang 2027 wieder in Betrieb gehen. Dies kündigte der neue Eigentümer, Contipark International Parking, am Donnerstag an. Das Unternehmen hat die Immobilie an der Brönnerstraße von der insolventen Signa Development Selection erworben. Das Gebäude umfasst rund 18.500 Quadratmeter Bruttogeschossfläche und bietet Platz für etwa 700 Fahrzeuge. Bevor die Wiedereröffnung erfolgen kann, ist jedoch eine umfassende Sanierung des Parkhauses vorgesehen. Darüber berichtet SoFrankfurt unter Berufung auf fr.de.

Seit der Schließung der Galeria im ehemaligen Karstadt-Komplex im Juni 2023 wird auch das Warenhausgebäude, das im Besitz von „Sahle Wohnen“ ist, nur noch eingeschränkt genutzt. Kurzzeitig war dort das Modehaus Aachener vertreten. Seit Juni 2024 betreibt die spanische Modekette Bershka im Erdgeschoss ihre größte Filiale in Europa, während sich im Untergeschoss ein Supermarkt befindet.

Die Pläne zur Wiedereröffnung des Parkhauses stehen allerdings nicht vollständig im Einklang mit den Vorstellungen der Stadt Frankfurt. Laut dem Planungsdezernat unter Leitung von Marcus Gwechenberger (SPD) hatte die Stadt mit der früheren Eigentümerin über alternative Nutzungskonzepte gesprochen. Diese Gespräche seien jedoch im Zuge des Insolvenzverfahrens des Signa-Mutterkonzerns beendet worden. Das Dezernat erklärte, man bleibe weiterhin offen für eine „bauliche Neuentwicklung“ auf dem Karstadt-Areal und werde deshalb erneut das Gespräch mit den Eigentümern suchen, um mögliche Optionen zu prüfen.

Gwechenberger hatte erst kürzlich bei einem Rundgang betont, welche Chancen eine umfassende Neugestaltung böte. So könnten durch den Ersatz des bestehenden Komplexes durch zwei gemischt genutzte Neubauten zusätzliche Erdgeschossflächen entstehen und eine neue Wegeverbindung von der Zeil nach Norden geschaffen werden.

Das Warenhaus selbst bleibt weiterhin ein Unsicherheitsfaktor. „Sahle Wohnen“ hatte vor einigen Jahren den Wunsch geäußert, das Karstadt-Gebäude durch einen siebengeschossigen Neubau zu ersetzen, der Flächen für Einzelhandel, Serviced Apartments und ein Hotel kombinieren sollte. Konkrete Fortschritte blieben jedoch bislang aus. Nun erklärte ein Unternehmenssprecher, man arbeite „mit Hochdruck an einem Konzept, das schon gut fortgeschritten ist“, und hoffe, es bald präsentieren zu können. Details nannte er nicht. Laut Angaben der Stadt setzen die Eigentümer derzeit stärker auf einen Umbau statt auf einen vollständigen Abriss.

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Foto von Renate Hoyer 60316 Frankfurt

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