Der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) rechnet nun erst im kommenden Jahr mit dem vollständigen Einsatz seiner bestellten Wasserstoffzüge im Taunusnetz. Ursprünglich sollten die emissionsfreien Fahrzeuge bereits seit längerem regelmäßig auf mehreren Linien zwischen Frankfurt und dem Taunus verkehren, doch eine Serie technischer Probleme hat den Plan immer wieder verzögert. Darüber berichtet SoFrankfurt unter Berufung auf hessenschau.de.

Ein Sprecher des RMV erklärte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa), dass die komplette Flotte voraussichtlich 2026 einsatzbereit sein wird. Der Hersteller Alstom habe eine umfassende Generalüberholung der betroffenen Fahrzeuge angekündigt, um die wiederkehrenden Störungen zu beheben. Nach einer Reihe von Ausfällen und Werkstattaufenthalten sollen die Züge künftig deutlich zuverlässiger verkehren.

Der Verkehrsverbund berichtet, dass sich die Situation inzwischen spürbar verbessert habe: Mehr als die Hälfte der insgesamt 27 Wasserstoffzüge stünden derzeit wieder für den Fahrbetrieb zur Verfügung. Dennoch bleibt die Flotte unvollständig, weshalb weiterhin Ersatzverkehr mit Dieselzügen notwendig ist.

Besonders betroffen ist die Regionalbahnlinie RB15 zwischen Bad Homburg und Waldsolms-Brandoberndorf im Lahn-Dill-Kreis. Wegen zahlreicher Ausfälle war der Verkehr dort mehrfach eingeschränkt. Aktuell wird die Strecke in einem Mischbetrieb bedient: Neben Wasserstoffzügen verkehren dort auch konventionelle Dieseltriebwagen. Auf der RB12 zwischen Frankfurt und Königstein im Hochtaunus hingegen fahren weiterhin ausschließlich Züge mit Wasserstoffantrieb.

Laut RMV habe sich die technische Zuverlässigkeit der neuen Fahrzeuge in den vergangenen Monaten jedoch deutlich verbessert. Die RB15 erreiche im bisherigen Jahresverlauf eine Betriebszuverlässigkeit von rund 96 Prozent – ein Wert, der laut Verbund zu den besten im gesamten Netz gehöre. Diese Zahl sei ein Zeichen dafür, dass die vorgenommenen technischen Anpassungen erste Wirkung zeigen.

Auch Hersteller Alstom bestätigte auf Anfrage, dass man intensiv an einem Modernisierungsprogramm für die Wasserstoffflotte arbeite. Ziel sei es, bis 2026 eine neue Generation von Brennstoffzellen zu verbauen, die robuster und effizienter arbeiten. Damit soll die Lebensdauer der Fahrzeuge verlängert und ihre Energieausbeute gesteigert werden.

Die ehrgeizige Initiative gilt als weltweit größtes Projekt für Wasserstoffzüge im regulären Linienbetrieb. Ursprünglich war der Start des Taunusnetzes mit dieser umweltfreundlichen Technologie für Dezember 2022 vorgesehen. Doch schon in der Einführungsphase kam es zu Lieferverzögerungen und technischen Startproblemen, die den Betrieb erheblich beeinträchtigten.

Die Verantwortlichen beim RMV zeigen sich trotz der Rückschläge zuversichtlich. Man wolle die Modernisierung konsequent abschließen, um langfristig eine nachhaltige und stabile Mobilitätslösung für die Region zu gewährleisten. Der Einsatz von Wasserstoffzügen bleibt ein entscheidendes Element in der Strategie, den öffentlichen Nahverkehr im Rhein-Main-Gebiet klimafreundlicher zu gestalten.

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Foto von picture-alliance/dpa

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